.diejenigen Momente eingehender besprochen werden, die für die wirtschaftliche Entwicklung der Schutzgebiete unmittelbar von Bedeutung sind.
Das Ergebnis unserer ersten Untersuchung — um dies vorweg zu nehmen — wird seiu, daß die deutschen Kolonien heute noch nicht den zu stellenden Anforderungen genügen, und wir werden daher weiter zu prüfen habe«, ob die Aussicht besteht, die vorhandenen Anlagen entsprechend W entwickeln, und welche Wege dazu eingeschlagen werden müssen.
II. Allgemeine Vorbedingungen aer wirtschaftlichen Lrscdliessung.
Die wirtschaftliche Entwicklung einer Kolonie hängt zunächst von einer Reihe allgemeiner Faktoren ab. Hierher gehören in erster Linie das Klima des Landes und seine Bevölkerungsdichte, die größere oder geringere Geneigtheit und Geschicklichkeit des Mutterlandes, d ie Entwicklung der jungen Kolonie kräftig zu fördern, eine zweckmäßige Organisation der Verwaltung, reichliche und billige Arbeitskräfte, günstige Verkehrsverhältnisse im Innern und nach außen, vorteilhafte Absatzmöglichkeiten für die Erzeugnisse der wirtschaftlichen Betätigung und schließlich auch die Steuer- und Zollverhältnisse.
Es wird die Aufgabe der folgenden Blätter sein darzulegen, wieweit diese allgemeinen Vorbedingungen der wirtschaftlichen Erschließung unserer Schutzgebiete hinderlich oder förderlich sind oder ihr wenigstens nicht im Wege stehen.
a) Klima und Gesundheitsverhältnisse.
Was zunächst die klimatischen Verhältnisse der deutschen Kolonien betrifft, so wird dadurch nicht nur die Frage der dauernden Ansiedelung von Weißen und der Möglichkeit eigener körperlicher Arbeit derselben wesentlich bez. ausschlaggebend beeinflußt, auch die Möglichkeit einer ganzen Reihe von Wirtschaftsbetrieben hängt geradezu allein von der Beschaffenheit des Klimas ab. Daher verdienen diese Verhältnisse eine ganz besondere Aufmerksamkeit und eingehendere Behandlung.
Bekanntlich liegen unsere Schutzgebiete, abgesehen von Deutsch- Südwestafrika und Kiautschou, sämtlich in den Tropen. Dadurch ist -im allgemeinen schon die Charakteristik ihres Klimas gegeben, wenn auch der Einfluß der Bodengestaltnng und des Meeres mehrfach sich mildernd bemerkbar macht.
So ist das Klima des deutsch-ostafrikanischen Schutzgebietes tropisch, aber nicht einheitlich. Von Ende April bis Anfang Oktober, d. i. während der Trockenzeit, wehen südöstliche, von Mitte November bis Mitte März nordöstliche Winde. Diese östlichen Winde treiben die Dunstmassen des Indischen Ozeans ins Land, wo sie beim Aufstieg auf das Hochplateau abgekühlt und niedergeschlagen werden. Ins Binnenland gelangt davon naturgemäß uur wenig.