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Unsere Kolonien, was sind sie wert, und wie können wir sie erschliessen? : Ein Kolonialprogramm / August Seidel
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Europäer wie Eingeborene nicht viel von Krankheiten zu leiden. Weniger- günstig scheinen die Verhältnisse auf dem östlichen Teil des Archipels und- auf den Marianen zn sein, wo besonders manche Hautkrankheiten und' heftige Rheumatismen auftreten.

Trotz Wärme und Feuchtigkeit ist auch auf Samoa das Klima außerordentlich gesuud. Fieber und Dysenterie fehlen ganz. Selbst der Europäer kanu anscheinend ohne Bedenken dauernd im Freien arbeiten. Zur Zeit des kühlen Südostwindes treten allerdings Katarrhe und In­fluenza auf. Auch Lungenschwindsucht ist bei den Eingeborenen häufig, Wohl als Folge der mangelhaften Bekleidung. Sonst ist noch die Ele- fantiasis (starkes Anschwellen einzelner Glieder) ein lästiges und besonders unter deu Eingeborenen viel verbreitetes Uebel.

Anders die beiden Schutzgebiete Deutsch-Südwestafrika und Kiautschou!

In Südwestafrika wird die Hitze durch die Trockenheit der Luft erträglicher gemacht. Die kühlen Nächte wirken erfrischend. Klimatische Krankheiten kommen nicht vor; Fieber findet sich allerdings im tropischen Ambolande und auch sonst, in einzelnen Flußtälern und gelegentlich nnch starken Niederschlägen. Der Europäer kann aber überall im Freien ar­beiten, nur muß er Kopf und Nacken gegen die Sonnenstrahlen schützen.

Auch das Klima von Kiautschon gilt für das günstigste der ganzen Küste und ist dem Europäer durchaus zuträglich, besonders nachdem die unter der chinesischen Regierung verwahrlosten hygienischen Verhältnisse durch das Eingreifen der deutschen Verwaltung eine erhebliche Verbesse­rung erfahren haben.

Aus diesen Darlegungen erhellt, daß nur das Klima von Deutsch-Südwestasrika und von Kiautschou ohne we­sentliche Einschränkungen als gesund bezeichnet werden kann. Allenfalls können auch einige Inselgruppen des pazifischen Oze­ans noch Hieher gerechnet werden.

K) Bevölkernngsdichtigkeit.

Die afrikanischen Schutzgebiete sind durchweg sehr dünu bevölkert,, wenn man vou Togo absieht, für das bestimmte Zahlen noch nicht vor­liegen, das aber jedenfalls an der Küste und sicher znm Teil auch im Innern (Banjaue, Dagomba) besser besiedelt ist.

Die folgende Tabelle zeigt, daß die drei großen afrikanischen Schutz­gebiete bei einem Areal von 2 325 000 (zkm nach den besten Schätzungen insgesamt noch nicht zehn Millionen Einwohner beherbergen, also nur eine Volksdichte von durchschnittlich 4,4 aufzuweisen haben, während West­falen z.B. 133,6 und die Rheinprovinz sogar 189,1 Einwohner auf den Quadratkilometer zählt.

Name des Schutzgebietes

Areal cslirn

Einwohner

Noltsdichie

Deutsch-Ostasrika.......

995 000

6 000 000

6

Deutsch-Südwestasrika ......

835 0l 0

200 000

0.24

Kamerun..........

495 000

Z 500 000

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Günstigere Verhältnisse hinsichtlich der Volksdichte scheinen von Kiautschou (Volksdichte 168) ganz zu geschweige» mindestens in einem Teile der deutschen Südseebesitzungen vorzuliegen. Freilich sind die Be-