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Der Kampf um unsere Kolonien / von Carl Mirbt, Professor in Göttingen
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Sie bedeuten nichts geringeres als die Zertrümmerung der Ein­heit der weißen Rasse und die Zertrümmerung der großen Kulturgemeinschaft der Völker des europäisch-amerika­nischen Kulturkreises.

Die Absichten und Ziele Englands gegenüber Deutschland treten vor allem in der Art hervor, wie es den Kampf außerhalb des euro­päischen Kontinentes eingeleitet hat. Er gilt der Vernichtung des deutschen überseeischen Handels und des deutschen Kolonialreiches, d. h. der Vernichtung der deutschen Weltmachtstellung. Gelänge England dieser Schlag, dann würde es mit Gleichmut und vielleicht mit stiller Genugtuung auf die Zerfetzung Frankreichs und die unermeßlichen Blutopfer Rußlands Hinblicken und würde zu der ihm passend erscheinenden Zeit in wohlgesetzten Worten den Frieden verkünden, um zugleich das Verdienst für sich in Anspruch zu nehmen, dem Morden der Völker ein Ende gesetzt zu haben.

Bei dieser Sachlage ist es durchaus verständlich, daß der An­sturm unserer Feinde sich nicht nur gegen die Grenzen unseres Vater­landes, sondern sofort auch gegen unsere Kolonien gerichtet hat.

2.

Vor 30 Jahren standen wir in den ersten Anfängen unserer deutschen Kolonialpolitik. Wenn vor 20 Jahren unser Kolonial­besitz bedroht worden wäre, würde der größere Teil des deutschen Volkes mit Gleichmut den Lauf der Dinge verfolgt haben. Noch vor 10 Jahren war die deutsche Kolonialpolitik so wenig populär, daß die Kunde von dem Verlust einiger Kolonien kaum weitere Kreise unseres Volkes in größere Erregung versetzt hätte. Heute erblicken wir in ihnen deutsches Land, für das wir unsere Kraft einsetzen wie für die Behauptung des heimatlichen deutschen Bodens. Es hat also langer Jahre bedurft, bis wir ein Kolonialvolk wurden. Wir

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