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Die zweite Bahn des Schutzgebietes ist die sogen. Qtavi- bahn, die die Otavi-Minen- und Eisenbahngesellschaft aus eigenen Mitteln hat erbauen lassen. Diese Gesellschaft ist eine Gründung der South West Afrika Co. Ltd. und der Berliner Diskontogesellschaft mit Sitz in Berlin und verfügt über ein Gebiet von etwa 2600 qkm, das ihr von ihrer Muttergesellschaft aus deren Besitzstand nach der Damaralandkonzession überlassen wurde. Die in diesem Gebiet liegenden Kupfer- und Bleigruben (Otavi, Tsunieb u. a.) waren durch eingehende Erforschung als so ergiebig erkannt worden, daß der Bau einer Verbindungsbahn mit der Küste lohnend erschien. Man wollte anfänglich die Trasse vom portugiesischen Hafen Porto-Alexandre nach Otavi legen, und zwar mit Kapspur (1,067 m), um später vielleicht Anschluß an die Rhodesiabahnen zu suchen, was für unser deutsches Schutzgebiet
Güter- und Viehverkehr.....
6046
4822
154
126
6380
5512
5262
5252
Betriebskoeffizient........
0/
76,5
95,3
. , Mk.
1618
260
Anlagekapital..........
4009-1
Verzinsung durch Rohüberschuß
»/
■ • 10
4,037
0,65
Kosten des Zugkilometer.....
Mk.
4.085
3,44.
Die Betriebsausgabe mit 5260 Mk. ist sehr ungünstig, höher als die anderer Kolonialbahnen und ist eine Folge der ungünstigen Linien- und Oberbauverhältnisse. Die starke Zunahme des Betriebskoeffizienten erklärt sich durch den starken Rückgang der Militärtransporte. Ferner ist zu beachten, daß die Zahlen für 1907 insofern nicht als ganz maßgebend anzusehen sind, da aus dem Krieg her noch eine Menge Betriebs- und Werkstattmaterial da war, so daß die Betriebsausgaben nicht in voller Höhe erscheinen. Im Rechnungsjahr 1909, dem letzten, da vom 1. April 1910 die Bahn geändert wird, ist wieder ein Verkehrsrückgang zu verzeichnen, jedoch hat sich diu Wirtschaftlichkeit gegen das Vorjahr gesteigert. Die Einnahmen sind zwar um rund 199000 Mk., die Ausgaben aber um rund 295000 Mk. und die Betriebsziffer um 5,6°/ 0 zurückgegangen. Der Rohüberschuß ist gegen das Vorjahr um 95953 Mk. = 64°/ 0 gestiegen. Die Verringerung der Ausgaben ist hauptsächlich durch Einschränkung des Betriebes und Verminderung des Personals bewirkt. Von einer dauernden und sich in Zukunft steigernden Rentabilität kann aber nach den oben angeführten Gründen nicht die Rede sein. (Zentralbl. der Bauverw., Berlin i910, Nr. 92 S. 601 und Nr. 94 S. 613.)