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Die Eisenbahnen Deutsch-Südwestafrikas und ihre Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonie / von Erich Quiring
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(835100 qkm) und bei den geographischen Verhältnissen des Landes, auf die wir weiterinn kurz eingehen wollen, kann eine intensive wirtschaftliche Erschließung nur durch Hebung der Verkehrsverhältnisse erfolgen, da ohne Lösung der Verkehrsfrage die Produktion und der Handel auf einem gewissen Punkt stehen bleiben und dann stagnieren muß. Deutsch-Südwestafrika ist das erste Schutzgebiet, in dem eine Eisenbahnpolitik größeren Stils betrieben wurde. (Im Jahre 1905 besaßen wir in unseren sämtlichen afrikanischen Schutzgebieten noch nicht ganz 800 km Eisenbahn. Durch die Aufklärungsarbeit des Staatssekretärs Dernburg für die Notwendigkeit systematischen Eisenbahnbaues, ohne den eine wirtschaftliche Erschließung der Gebiete nicht möglich sei und ohne den unsere Kolonien in wirtschaftliche Abhängigkeit von den benachbarten Nationen kommen müßten, wurde ein Umschwung in der öffentlichen und in des Reichstags Meinung herbeigeführt, dessen Ergebnis die tatkräftige Inangriff­nahme einer systematischen Eisenbahnpolitik in den Kolonien war.) Man geht nicht zu weit, wenn man hierin einen Wende­punkt unserer bisherigen Kolonialpolitik überhaupt sieht, und es dürfte daher wohl interessieren, eine Untersuchung über die Eisenbahnverhältnisse in Deutsch-Südwestafrika als der Kolonie, die zurzeit den größten Besitzstand an Schienensträngen hat, und über ihre wirtschaftliche Bedeutung für das Schutzgebiet anzustellen.

Betrachten wir zunächst die wirtschaftsgeographischen Be­dingungen der Kolonie, um dann nach einem kurzen historischen Rückblick uns den Untersuchungen über die Eisenbahnen, ihre- Entwicklung und ihre Bedeutung zuzuwenden.

Die C4renzen unseres Schutzgebietes sind im Westen die Küste, abgesehen von dem schmalen Landstreifen um die Walfisch­bai (britischer Besitz), im Süden der Oranje (gegen Kapland), im Norden der Kunene (gegen Angola). Von letzterem Fluß ver­läuft die C4renze parallel dem Breitengrad bis zum Fluß Okawango, dem sie bis Libebe folgt, um von da in gerader Linie bis zu den Katima- Molilo -Fällen des Sambesi zu gehen. Diesem ent­lang bis Kasungula, zurück am Tschobe-Linjanti bis Linjanti. Von hier parallel dem Breitengrad bis zum 21° ö. L., von diesem