V. Kapitel.
Jagd, Fischfang, Viehzucht, Ackerbau und Landesprodukte.
J agd.
Alle Crossflußneger sind heute noch leidenschaftliche Jäger; die Art der Beschäftigung und der Charakter der Landschaft bringt es mit sich, daß allerdings Keakas und Banjangs sich dem Jagdsport bei weitem nicht in dem Maße widmen können, wie die übrigen Stämme, einmal weil eine intensive Ackerbauwirtschaft größere Anforderungen an die gesamten Arbeitskräfte stellt und weniger Zeit zur Jagd übrig bleibt, zum andern weil die Parklandschaft südlich des Cross sich durch Wildarmut auszeichnet.
Es seien zunächst einige zoologische beziehungsweise tiergeographische Beobachtungen vorausgeschickt.
Der Ossidinge-Bezirk beherbergt so ziemlich alle größeren wilden Tiere bis auf Löwen, Nashorn, Giraffe; recht zahlreich sind noch vertreten: Elefant, Flußpferd, Krokodil, Leopard, Gorilla, Tigerkatze, Büffel, Antilope; die Namen aller vorkommenden Tiere sind in den Anhang aufgenommen.
Der Elefant findet sich rechts und links des Crossflusses; er wird hier in unmittelbarer Nähe der Station, 75 m über dem Meer, angetroffen und Hauptmann Herrmann stellte seine Spur auf dem Gebirge in 1200 m Höhe fest. Vor dem Auftreten der deutschen Regierung müssen nach allen Angaben die Haussa- jäger hier in Herrlichkeit und Freude gehaust und die Zähne sämtlich nach Calabar verhandelt haben. Da auch 1904 vereinzelte Haussatrupps angetroffen wurden und das erbeutete Elfenbein zweifellos über die Grenze geschafft wurde, so ist 1906 sämtlichen Haussas auf eine gewisse Zeit die Elefantenjagd verboten worden.
Genaue Grenzen für Vorkommen des Flußpferdes lassen sich nicht angeben; während der Trockenzeit — das ist November bis März — sieht man am Cross-