A u h a n g.
Besondere Probleme geographischer Ortsbestimmung.
Nachdem im voraufgehenden vierten Teil die eigentlichen, für den Geographen und Forschungsreisenden zur vollständigen Zeit- und Ortsbestimmung notwendigen Methoden in begrenzter Auswahl gegeben worden sind, sollen nunmehr einige spezielle, mit der geographischen Ortsbestimmung unmittelbar zusammenhängende Aufgaben kurz erörtert werden, deren Anwendung gelegentlich von Nutzen sein dürfte. Es ist dies, wie schon im vierten Teile (s. S. 187) erwähnt, erstens die Berechnung von geographisch-astronomischen Beobachtungen ohne logaiithmisch- trigonometrische Tafeln, nur mit Hilfe ganz kurzer Tabellen der sogenannten Mercatorfunktionen, zweitens die geographische Ortsbestimmung ohne winkelmessende Instrumente, nur mit Anwendung der Uhr und eines einfachen Fadengestelles, drittens endlich die Ortsbestimmung im Luftballon.
I. Berechnung genäherter geographischer Ortsbestimmungen mit Hilfe der Mercatorfunktion ] ).
Eine der bekanntesten und wichtigsten Kartendarstellungen, welche die Erdkugel in Zylinderprojektion mit dem Äquator als Berührungskreis auf einer abwickelbaren Fläche bringt, ist die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Gerhard Krämer, genannt Mercator, erdachte winkeltreue Mercatorprojektion. Bei ihr bilden die Meridiane gerade und in je gleichen Abständen
') Für ein eingehenderes Studium dieser neuen Art der Berechnung sei auf die auch den nachfolgenden Betrachtungen zugrunde gelegte Abhandlung von C. Borgen, Über die Auflösung nautisch-astronomischer Aufgaben mit Hilfe der Tabelle der Mercatorschen Funktion (Archiv der Deutschen Seewarte, 21. Jahrg., Hamburg 1898), verwiesen, wo auch die zugehörigen Tafeln gegeben sind. Ein ausführliches Referat über diese wichtige Abhandlung von Borgen befindet sich außerdem in der „Marine-Rundschau", Jahrgang 1898, Heft 7: Marcuse, „Mitteilungen über neuere nautisch- astronomische Tafeln".