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Handbuch der geographischen Ortsbestimmung für Geographen und Forschungsreisende / von Adolf Marcuse
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Grundbegriffe der astronomischen Geographie.

nehmende Bewölkungen, j>rognostizieren zu können, sei an dieser Stelle nur beiläufig hingewiesen.

Parallaxe. Astronomische Messungen liefern die Gestirnörter, wie sie der Beobachter von der Erdoberfläche aus, also vom schein­baren Horizont erblickt, während die gleichsam für die gesamte Erde geltenden astronomischen Jahrbücher und Tafeln die Positionen der Gestirne naturgemäß vom Erdzentrum aus, also vom wahren Horizont (siehe Fig. 15 a. v. S.) gesehen, angeben. Für die Fixsterne sind beide Bichtungen als parallel zu betrachten; für sie fallen die scheinbaren und die wahren oder geozentrischen Zenitdistanzen zusammen. Ist aber die Entfernung des Gestirnes nicht unendlich groß im Verhältnis zum Erdradius, wie z. B. bei Mond, Sonne und den Planeten, so bilden die vom Beobachtungsort und dem Erdzentrum nach jenen Himmelskörpern gehenden Bichtungslinien einen kleinen Winkel miteinander, welcher als Parallaxe oder astronomischer Richtungsunterschied schon dem im zweiten vorchiist- lichen Jahrhundert lebenden Astronomen Hipparch bekannt war.

Die Parallaxe eines Gestirnes in dem hier 1 ) maßgebenden besonderen Sinne ist der Winkel, unter welchem der Erdhalb­messer von dem betreffenden Himmelskörper erscheint. Denkt man sich auf der zunächst kugelförmig angenommenen Erde einen Meridianschnitt durch den Beobachtungsort 0 und das Erdzentrum G gelegt (siehe Fig. 15), so stellt COZ die Vertikale, die Tan­gente OH in Ö den scheinbaren und die zu OH durch G parallele Linie CH a den wahren Horizont dar.

Für ein beliebig an der Himmelskugel liegendes Gestirn S bezeichnet der Winkel OSC = p die Parallaxe in Zenitdistanz oder die Höhenparallaxe, Winkel ZOS seine scheinbare Zenit­distanz e und Winkel ZCS die wahre Zenitdistanz 0 O . Aus Fig. 15 folgt nun unmittelbar:

') Es ist dies eigentlich eine tägliche Parallaxe der Gestirne, welche durch den Standpunkt des Beobachters auf der Erdoberfläche bedingt wird, während die sog. jährliche Parallaxe durch die Bewegung der Erde in ihrer Bahn um die Sonne hervorgerufen wird. Unter dem Einfluß der ersteren, hier allein zu erörternden, stehen nur die Körper unseres Planeten­systems, während für Fixsterne lediglich eine jährliche Parallaxe in Frage kommt, deren Basis der Halbmesser der Erdbahn von 150 Mill. Kilometer Länge ist. Gegenwärtig kennt man erst für etwa 30 Fixsterne jährliche Parall­axen, welche zwischen 0,1" und 0,8" liegen.