Erster Teil.
(iniiiilhcjii'iftv der astronomischen Geographie.
Koordinaten der Gestirne.
Sämtliche Aufgaben der geographischen Ortsbestimmung laufen darauf hinaus, nach der beobachteten Stellung bekannter Gestirne an der scheinbaren Himmelskugel die Lage desjenigen Ortes auf der Erdoberfläche zu bestimmen, an welchem jene astronomischen Beobachtungen ausgeführt worden sind. Hierbei kommt es lediglich auf die Richtungen von der Erde nach den Gestirnen an, also nicht auf die absolute, sondern auf die relative Lage jener Himmelskörper im Räume, welche ihrerseits durch Winkelabstände von bestimmten (irundebenen gegeben wird.
Denkt man sich in erster, für die meisten Aufgaben der geographischen Orientierung ausreichender Näherung die Erde als Kugel und konzentrisch um dieselbe die Himmelssphäre gewölbt,' so läßt sich die scheinbare Lage der Gestirne an dieser Hohlkugel durch sphärische Koordinaten ermitteln, welche auf bestimmte größte Kreise bezogen werden. Für diese Orientierung an der llinimelskugel kommen zum Zwecke geographischer Ortsbestimmung die beiden Koordinatensysteme des Horizontes und des Äquators zur Verwendung, von denen ersteres mit dem Erdkörper, letzteres mit dem Fixsternhimmol als fest verbunden zu denken ist.
Eine, die Erdoberfläche im Beobachtungspunkte berührende, also nacli obiger Annahme senkrecht zum zugehörigen Erdradius (s. S. 3 und 31) stellende Ebene, die z. B. durch das Niveau einer ruhenden Flüssigkeit dargestellt wird, schneidet die Himmelskugel in einem Kreise, dem scheinbaren Horizont des Beobachtuugs-
Marcuso. Haixllnich der gcograph. Ortsbestimmung. ]