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Handbuch der geographischen Ortsbestimmung für Geographen und Forschungsreisende / von Adolf Marcuse
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44 Grundbegriffe der astronomischen Geographie.

Schwankungen liefern und durch zwei auf nationalem Wege er­haltene, auf demselben Parallelkreise liegende Kontrollstationen, Cincinnati in Nordamerika und Tschardjui im asiatischen Ruß­land, verstärkt werden. Ohne an dieser Stelle näher auf Einzel­heiten jener rechnerisch nur für schärfste, bis auf zehntel Bogen- sekuuden genaue astronomisch - geodätische Messungen in Frage kommenden, im übrigen aber auch allgemein wichtigen Er­scheinung einzugehen, soll nur noch hervorgehoben werden, in welcher Weise die geographischen Koordinaten der Erdorte von der Polschwankung beeinflußt werden.

Sind cp 0 , /l 0 mittlere, für eine bestimmte Epoche gültige Werte von Breite und Länge eines Ortes, dessen momentan beobachtete Koordinaten <p, l seien, und bezeichnen x, y unbekannte, mit der Polbewegung zusammenhängende Reduktionsgrößen, so gelten die folgenden Beziehungen:

9p <p 0 = x cos l -j- y sin l

l l 0 = (x sin l y cos l) tg cp J ).

Für die Reduktionsgrößen sc, y gibt das Zentralbureau der Internationalen Erdmessung auf Grund der oben genannten fortlaufenden Stationsbeobachtungen tabellarische Übersichten *) heraus, welche die Verbesserungen in. Breite und Länge für die Polbewegung unmittelbar verwendbar machen.

Aberration. Die Koordinaten der Gestirne an der schein­baren Himmelskugel werden nicht nur durch die säkularen Prä-

') Zur Reduktion der momentanen Azimute auf mittlere gilt die Gleichung: 14a) A A 0 = (// cos >. xsin X) sec 1/.

*) Vgl. Resultate des internationalen Breitendieustes, Bd. I, Zentralbureau der Internationalen Erdmessung, Neue Folge der Veröffentlichungen Nr. 8, 1903.

Aus den fortlaufenden Messungen auf den internationalen Breitenstationen hat sich ergeben, daß zur erschöpfenden Darstellung der Polbewegung außer den obigen .Reduktionsgrößen x, y noch ein kleines, von der Lage des Beob­achtungsortes völlig unabhängiges, jährliches und veränderliches Glied z not­wendig ist, also daß die strengere Form der obigen Gleichung 14) lauten muß: (p cp = x cos X + ij sin >. -f- z. Die Beträge der Reduktionsgrößen x, y, haben in den Jahren 1900 bis 1902 zwischen folgenden Werten ge-

4-012" +010" -1-006" schwankt: x __ 011 , y _ QU > * __ 004 ' Wänrend die x " un(J 2/- Gli eder

der Polbewegung, wie schon erwähnt, hauptsächlich durch meteorologische, hydrologische und geologische Belastungsänderungen auf dem Erdkörper hervorgerufen werden, kann das viel kleinere und von den Komponenten der Polbewegung unabhängige, durch den japanischen Astronomen Kimura.