Fig. 10.
Veränderungen der Koordinaten. Nutation. Polschwaukimg. 39
1748 von dem englischen Astronomen Bradley entdeckten Nutation beschreibt der wahre Pol des Äquators um den mittleren in etwa 18,7 Jahren eine Ellipse, deren große nach dem Ekliptikpol gerichtete Achse 18,4" und deren kleine Achse etwa 13,7" beträgt. Nach Dauer und Größe ist jene als periodische Änderung der säkularen Präzession aufzufassende Nutations- bewegung in erster Linie abhängig von der ebenfalls in 18,7 Jahren sich vollziehenden Umdrehung der Mondknoten (Durchschnittslinien von Mond- und Erdbahn) auf der Ekliptik.
In Fig. 10 wird schematisch veranschaulicht, wie durch das Zusammenwirken der Präzessions- und Nutationsbewegungen der Pol der Erdachse um den Pol der Ekliptik sich in einer wellenförmigen Kurve bewegt.
Die Nutation beeinflußt ebenso wie die Präzession die Lage der Äquinoktialpunkte auf der Ekliptik und die Schiefe der Ekliptik. Man unterscheidet daher zwischen einer Nutation in Länge und einer Nutation in Schiefe, deren Gesamtwirkung die Deklinationen und Rektas- zensionen der Sterne um kleine Beträge periodisch ändert.
Die Berechnung dieser Nuta- . tionsglieder ist gleichfalls in den astronomischen Jahrbüchern ausgeführt, so daß die daselbst angegebenen Gestirnskoordinaten (ö, «), wie im zweiten Teil gezeigt wird, als behaftet mit den Lagenänderungen der Fun- Zusammenwirken der Präzession und damentalebenen im Räume an . Station auf die Bewegung der Brd-
achse im iiaume.
zusehen sind.
Polschwankung. Die in den Polen der Äquatorebene endigende Rotationsachse der Erde erfährt außer den besprochenen Präzessionen und Nutationsbewegungen im Räume noch kleine periodische Schwankungen innerhalb des Erdkörpers, welche nunmehr ganz kurz erörtert werden sollen. Durch solche, erst in den letzten Jahrzehnten entdeckte Lagenänderungeu der Erd-