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Handbuch der geographischen Ortsbestimmung für Geographen und Forschungsreisende / von Adolf Marcuse
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20 Grundbegrifte der astronomischen Geographie.

reicht. In dieser Stellung können daher Messungen an l'olsternen, wie später (Teil III) gezeigt wird, zur Ermittelung gewisser Kon­stanten an den Instruinenten für die geographische Ortsbestim­mung dienen.

Koordinaten der Erdorte.

In ähnlicher Weise wie an der Hiininelskugel geschieht auch auf der zunächst kugelförmig angenommenen Knie die Orientierung eines Punktes nach sphärischen Koordinaten, indem das Oradnetz des äquatorialen Systems einfach von der Himmelssphäre auf die Erdkugel übertragen wird. Denkt man sich durch einen Punkt der Erdoberfläche den zugleich durch die Erdpole gehenden Meridian und durch den Erdmittelpunkt senkrecht zur Erdachse die Ebene des Äquators gelegt, so' entsprechen die geographischen Koordinaten des Punktes der Erdoberfläche Breite (tp) und Länge (A) denjenigen eines Gestirnes im äquatorialen System (Deklination d und Rektaszension a).

Die geographische Breite q> eines Ortes 0 (s. Fig. 6) ist der sphärische Abstand desselben vom Äquator, gemessen auf dem zugehörigen Meridianbogen von 0° (Äquator) bis ±90° (Nord­oder Südpol); man unterscheidet demnach nördliche (-(-) und süd­liche () Breiten, die auch als meridionale Winkel am Erdmittel­punkte zwischen dem Äquatorhalbmesser und dem zum Ort ge­hörigen Erdradius definiert werden können.

Die geographische Länge (A) eines Ortes 0 ist der am Pol gebildete Winkel zwischen seinem Meridian POA und einem Null- oder Anfangsmeridian Poa, dessen Abstand vom Ortämeridian zunächst in Gradmaß des zwischen beiden Meridianen liegenden Äquatorbogens Aa ausgedrückt wird. Da zur Zählung der Meri­diane im Gradnetz der Erde kein Anfangskreis gegeben ist, wie ihn der größte Kreis des Äquators unter den nach den Polen abnehmenden Breitenkreisen darstellt, ist die an sich völlig will­kürliche Wahl des Nullmeridians in neuerer Zeit durch ein inter­nationales Abkommen zwischen fast allen Kulturstaaten geregelt worden. Mit Ausnahme der französischen Karten werden jetzt beinahe sämtliche geographische und nautische Orientierungen in Länge auf den Anfangsmeridian von Greenwich bei London be-