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Deutsche Kolonien : ein Beitrag zur besseren Kentniss des Lebens und Wirkens unserer Landsleute in allen Erdteilen / von Karl Emil Jung
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jede Kolonie eine Schule, in welcher in der Regel der Pastor das Lehramt verwaltet.

Südlich grenzt an das vorige das Gouvernement Podo- lien, eine mit Hügeln übersäete Hochfläche, denn sie liegt auf dem südrussischen Landrücken. Ackerbau und Viehzucht gedeihen in vorzüglicher Weise und in den schönen Laub­wäldern findet eine grosse Bienenzucht statt. Dazu kommt eine ausserordentlich stark entwickelte Rübenzuckerindustrie. Hier besteht im Kreise Jampol die kleine Kolonie Kras- nodolo; die meisten Deutschen leben aber in dem nordöstlich von der Hauptstadt Kamjeniec Podolsk gelegenen Städtchen Dunajewtzky (von 2530 Einwohnern 1018 Deutsche), daneben in einer Anzahl von Flecken und auch in der Hauptstadt.

Podolien gehört wie die vier vor ihm genannten: Wol- hynien, Kiew, Poltawa und Tschernigow zum Gebiet des Tscherno-Söm, der schwarzen Erde, das sich wie ein Isthmus von Tschernigow bis zum südlichen Landrücken und nach Nordosten zu bis zum Südural, also vom Pruth bis zum Ural- fluss durch 26 Gouvernements hindurch erstreckt.

Die Kolonien in Südrussland und im Kaukasus.

Das südliche Russland: die vier Gouvernements Bessara- bien, Cherson, Jekaterinoslaw und Taurien, in der offiziellen Sprache Nowaja Rossija d. i. Neurussland genannt, kam durch die auf wiederholte Kriege erfolgten Friedensschlüsse von 1774 bis 1829 an das russische Reich. Der Friede von Kutschuk Kainarclschi machte den Anfang mit dem Land zwischen Dniepr und Bug, im Vertrag von Adrianopel trat die Türkei das Donaudelta ab, das, im Krioikrieg teilweise verloren, durch den Berliner Frieden dem Zarenreich wieder zurückgegeben wurde.

Die ersten deutschen Kolonien wurden im jetzigen Gouver­nement Jekaterinoslaw angelegt und zwar durch Katharina IL, welche gleich im Anfang ihrer Regierung den Gedanken