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haben; allein es ist doch festgestellt worden, daß sie diskordant über diesen liegen. Auch sie sind gefaltet. Anscheinend kommen sie nur an wenigen Stellen zutage und ihre Mächtigkeit ist zur Zeit unbekannt, scheinbar aber nicht unbedeutend.
8. Der Waterbergsandstein.
Eine sehr merkwürdige Formation findet sich in großer Mächtigkeit im nördlichen, in einzelnen Denudationsresten auch im mittleren Transvaal. Ferner gehören wahrscheinlich in West- grikwaland die Matsapschichten hierher. Es ist eine mächtige Ablagerung aus roten und grauen Sandsteinen. Wichtig und charakteristisch ist für sie das Auftreten von Konglomeraten und Breccien an der Basis. Aus diesem Grunde hatte der Verfasser diese Formation früher zusammengefaßt unter dem Namen „Basisbreccien- schichten". Einzelne eckige Gesteinstücke sind in den Sandsteinmassen zerstreut und bestehen zum großen Teile aus Jaspis- und Magnetitschiefern, die eben so gut den Pretoria-, wie den Wit- watersrandschichten angehören könnten. Ihr Auftreten ist aber deshalb so merkwürdig, weil diese Gesteine nirgends in der Nähe der Fundpunkte, sondern erst viele 100 Kilometer davon auftreten. Vulkanische Gesteine, besonders vulkanische Breccien, finden sich am Fuß der Sandsteine und ferner sind Granitgänge nach der Auffassung einiger Beobachter von unten her in jene eingedrungen. Kreuzschichtung und Wellenfurchen sind durch die ganze Formation hin zu finden, so daß man den Gedanken nicht ohne weiteres von der Hand weisen kann, daß hier eine äolische oder fluviatile, nicht aber eine marine Ablagerung vorliegen könnte.
Der Waterbergsandstein liegt diskordant auf älteren Gesteinen, nämlich den Lydenburger Schichten oder auf dem jüngeren, in ihn vielleicht als Lakkolith eingedrungenen „Roten Granit". Faltungen kommen in Transvaal nicht vor, wohl aber reichlich Verwerfungen. Auch Diabasgänge sind häufig. Im Westgrikwaland sind die zum Waterberg gehörigen Matsapschichten dagegen sehr stark gefaltet und setzen die langen Ketten der von SW. nach NO. streichenden Langeberge zusammen. Es ist nicht unmöglich, daß der Waterbergsandstein sich nach Norden hin bis zum Sambesi erstreckt und vielleicht noch darüber hinaus. Im Bamang- watoland bei Palapye bestehen die Tschapongberge aus mächtigen grauen und rötlichen Sandsteinmassen, die dem Waterbergsandstein entsprechen dürften. Südlich des Sambesi aber beschreibt Molyneux einen grobkörnigen Sandstein, den er Sijarirasandstein