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Afrikanische Verkehrspolitik : unter Benutzung amtlichen und anderen Materials / von Arthur Dix
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ist eiii böser Surraherd, so daß an Gespannarbeit vorläufig nicht zu denken ist.

Die Stichbahn nach Morogoro nähert sich der Endstation, nach­dem der Aufstand den Bau monatelang verzögert hat. Die erste, 21 km lange Teilstrecke wurde im Oktober 1906 dem Verkehr über­geben. Im Jahresbericht über das dritte Geschäftsjahr der Ostafrika­nischen Eisenbahngesellschaft war gesagt: Die Schwierigkeiten der Bauausführung, sowie ständiger Mangel an Arbeitern haben den Fortgang der Arbeiten störend beeinflußt. Trotzdem hofft die Bau­leitung, die ganze Strecke bis Morogoro Ende 1907 in Betrieb nehmen zu können.

Weiterer Zielpunkt der Morogorobahn über diesen Ort hinaus, der sogenannten Zentralbahn, wäre Tabora, der alte Handelsplatz im Zentrum der Kolonie. Dieser Ort, durch seine Lage, wie schon oben dargelegt, geradezu prädestiniert zum Handelszentrum für außer­ordentlich weite Gebiete von Ost- und Zentralafrika, kann die ihm gebührende Stellung erst wieder in vollem Umfange einnehmen, wenn die der deutschen Kolonie durch die englische Ugandabahn bereitete Entziehungskur durch eine deutsche Bahn beendet wird.

Über die wirtschaftliche Bedeutung der Zentralbahn schreibt Graf Goetzen in seiner amtlichen Denkschrift vom Jahre 1905:

Der Bahnbau nach Tabora würde einerseits die schädlichen Einwirkungen der Ugandabahn auf den Handel der deutschen Küste und die Arbeiterfrage daselbst aufheben, andererseits aber die Ein- und Ausfuhr jener Binnenländer mit Sicherheit vervielfachen; denn er würde mitten in sie hineinführen und einen weit bequemeren Weg zur Küste schaffen, als ihn die englische Bahn darstellt, die nicht einmal ihre Peripherie berührt, sondern durch den Victoria­see, der Umladungen und Zeitverluste verursache, von ihnen ge­trennt ist. Die Produkte, deren Menge eine große Steigerung er­fahren würde, sind Ölfrüchte, wie Sesam und Erdnüsse, ferner Wachs, Mais, Sorghum, lebendes Vieh, Felle, Hölzer und Rohbaumwolle. Auch würden Elfenbein und Kautschuk, die jetzt zum großen Teil ihren Weg über die Ugandabahn oder den Kongo abwärts nehmen, wieder in vermehrter Menge dem deutschen Gebiet zufließen. Die Einfuhr, besonders in Baumwollfabrikaten, würde bedeutend steigen." Angebliche Welche Bedeutung der Schaffung deutscher Eisenbahnlinien von Kongostaats ^er Küste nach den ostafrikanischen Seen beizumessen ist, davon zeugten jüngst auch Erörterungen über angebliche Pläne des Kongo­staats, sich auf dem Wege des Gebietsaustausches einen direkten! Zugang zum Victoriasee zu schaffen. Die Existenz solcher Pläne