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wendig zur Förderung der dort bereits bestehenden Ansiedlungen aus Südafrika zugewanderter Buren und einiger Deutschen. Die Niederlassungen haben über die Natur der am Kilimandscharo und namentlich der westlich davon gelegenen Länder insofern ganz neue Aufschlüsse gebracht, als diese heute zu den besten Siedlungsgebieten Afrikas gerechnet werden müssen. Die Zahl der Ansiedler wächst fortwährend, weil die bisherigen Ankömmlinge berichten konnten, daß so günstige Gebiete in ihrem bisherigen Heimatland Südafrika überhaupt nicht vorhanden seien."
Eine notwendige Ergänzung müssen die Eisenbahnbauten durch Hafenbauten in Tanga finden. Darüber urteilte Paul Fuchs in seiner Denkschrift für das Kolonialwirtschaftliche Komitee vom Jahre 1907: „Mit dem Ausbau der Eisenbahnen hätte zugleich der Ausbau der Hafenanlagen von Tanga zu erfolgen. Man wird dabei darauf Rücksicht nehmen müssen, daß der Bau der Hafenanlagen in der Weise erfolgt, daß nicht nur kleinere Fahrzeuge, sondern auch die großen Ozeandampfer zu jeder Zeit direkt am Kai löschen können. Es ist nun in letzter Zeit auch von der Notwendigkeit geredet worden, den Hafen von Tanga nach der äußeren Reede zu verlegen. Zweifellos reichen die heutigen Hafenanlagen von Tanga für einen Hafenbetrieb, wie ihn eine große Eisenbahnlinie mit sich bringt, nicht aus, die Verlegung des ganzen Hafens wäre aber mit so großen Kosten verbunden — ganz abgesehen von der unausbleiblichen Entwertung von Grund und Boden, daß man es sich reiflich überlegen sollte, ob man nicht mit dem Ausbau der jetzigen Hafenanlagen das Gleiche auf billigerem Wege erreichen könnte. Besprechungen, die ich dieserhalb mit Sachverständigen hatte, bestärkten mich darin, daß dies möglich ist." — Daressaiam- Die zweite Stichbahn im Zentrum der Kolonie ist diejenige Morogoro. von rj aressa i am nSL ch Morogoro. Schon 1891 wurde der Gedanke einer ostafrikanischen Zentralbahn aufgenommen. Im Jahre 1895 vereinbarte die Kolonialabteilung mit der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft und der Deutschen Bank, unter Leitung eines zu gründenden Komitees die Vorarbeiten für eine Zentralbahn von der Küste nach dem Seengebiet ausführen zu lassen. Die Vorarbeiten wurden alsbald begonnen; 1896 unterbreitete das Komitee ein Projekt mit 75 cm Spur dem Reichskanzler. Ausgangspunkt der Bahn sollte Daressaiam sein mit der Anschlußstrecke nach Bagamojo. Trassiert war vorläufig die Strecke bis Morogoro (258 km) und die Anschlußlinie nach Bagamojo (33 km). Im Sommer desselben Jahres erbot sich ein Bankkonsortium unter Führung der Deutschen Bank, eine