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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
Entstehung
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332 XXVII. Kapitel.

Das Betschuanenland ist als Durchgangsland für den Verkehr zwischen der Kapkolonie und Rhodesia von großer Wichtigkeit. Die Bahn geht in der Nähe der Transvaalgrenze entlang, die Berge und Schluchten des Plateaus vermeidend. Hier liegen an den Ufern des Notwane die Ortschaften Ramutsa, Chabrons und Motschudi. Die Hauptstädte liegen dagegen alle auf dem Plateau nahe dem Rande der Kalahari, und zwar ist die Stadt der Bawanketsi Molo­polole, die der Bakwena Kanya; die Bamangwatostadt Serue wurde eben erst erwähnt. Was die Zahl der Einwohner in den genannten Städten betrifft, so beträgt diese gewöhnlich zwischen 5000 und 15 000.

Die Tati Konzession. Das kleine Gebiet der Tati-Konzession ist eigentlich nur ein Teil von Britisch-Betschuanaland Protektorat. Allein sie besitzt einen besonderen Residenten und eigene Gerichtsbarkeit. Auch sind die Gesetze in vieler Hinsicht von denen des Betschuanenlandes ver­schieden, namentlich die Gesetze über Bergwerke und Landkauf. Ihre Entstehung ist darauf zurückzuführen, daß hier in einer zwischen dem Betschuanen- und Matabeleland gelegenen neutralen Zone schon in den 60er Jahren Goldquarzgänge abgebaut wurden. Als nun die Britisch South-Africa-Co. entstand, wünschten die in Tati arbeitenden Gesellschaften unter keinen Umständen von der ge­nannten großen Gesellschaft abhängig zu sein und so kam es zu der Gründung der sog. Tati-Konzession. Ihre Grenzen werden ge­bildet durch die Flüsse Schachi und Ramaquabama, das ganze Ge­biet wird aber durchflössen von dem Tati-Fluß. Die Goldquarzgänge treten in größerer Zahl in kristallinen Schiefern auf, indes hat sich bis zum heutigen Tage kein sehr rentabler Bergbau entwickelt. Zur Zeit meines Besuches im Jahre 1898 schien die Monarch-Mine aussichtsvoll zu sein. Jetzt aber heißt es, daß der Betrieb aufge­geben sei. An der Eisenbahn wurde in ihrer Nähe die kleine Stadt Francistown gegründet, welche den älteren Ort Tati bald über­flügelte.

Rhodesia.

Im Jahre 1889 wurde einer in London gebildeten Gesellschaft eine Königliche Charter verliehen, der British South-Africa-Co. An­fangs wurde ihr das Land zwischen dem Limpopo und Sambesi übergeben, allein die Gesellschaft hat es verstanden, sich über das ganze Sambesi-Gebiet und selbst das südliche Ost-Afrika auszu­breiten. An der Spitze der Gesellschaft stehen in dem Lande selbst