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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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Britisch Südafrika. 307

legen. Die Schiffahrt in dem unteren Sambesi ist zu unsicher, als daß sich ein großer Verkehr entwickeln könnte, obwohl die Häfen nicht nur dem Sambesigebiet, sondern auch dem englischen Nyassaland dienen. Einen großen Aufschwung würde der Handel nehmen, wenn man von Quelimane eine Bahn zum Shire oder gar noch weiter ins Nyassaland hineinbaute. Chinde ist übrigens so gut wie englisch, da die Engländer dort ein Konzessionsgebiet auf 99 Jahre gepachtet haben. Der Verkehr mit der Außenwelt erfolgt nur durch kleine Dampfer von Beira aus.

Unter den portugiesischen Stationen am Sambesi wird wohl die wichtigste Tete werden auf Grund der in der Nähe gelegenen Steinkohlenlager. Auch Sena könnte sich erheblich entwickeln, wenn die geplante Bahn nach Beira gebaut werden sollte. Die letzte Station ist Sumbo und bis zu dieser führt auch der Tele­graph, der die verschiedenen Plätze untereinander und mit der Küste verbindet.

XXVII. Kapitel. Britisch Südafrika.

Der ganze Rest Südafrikas, welcher zwischen Mosambik einer­seits und zwischen Deutsch-Südwestafrika und Angola andererseits liegt, ist englisch. Zwischen dem portugiesischen Sambesigebiet und dem Kongostaat führt eine schmale Brücke nach dem Briti­schen Südostafrika hinüber. Das ganze Gebiet ist etwa 2 664035 qkm groß. Die englischen Besitzungen bilden keine staatliche Einheit, sondern zerfallen infolge der geschichtlichen Entwicklung in folgende Kolonien:

Die Kapkolonie, 717385 qkm, umfaßt das Kapland, Kaffra- ria, West-Grikwa-Land und das südliche Betschuanenland.

Natal, nebst Sululand, 93 576 qkm.

Bassutoland, 26658 qkm, unter englischem Protektorat.

Oranjefluß-Kolonie, 125200 qkm.

Transvaal, nebst Swasiland, 304913 qkm.

Betschuanaland Protektorat, nebst der Tati-Kon­zession, 648000 qkm.

Rhodesia unter der Verwaltung der Chartered Company um­faßt insgesamt 1058000 qkm. Davon liegen ca. 747800 in Süd­afrika. Den Schluß bildet .Walfischbai mit Ii 14 qkm.