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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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328 XXVII. Kapitel.

goldfeldes. So oft auch der Abbau dort versucht worden ist, so hat er sich doch nicht recht entwickelt, und zwar sind, wie es scheint hieran Schuld die Grundwassermengen in der Tiefe des Kalksteines.

In den weiten Ebenen des Buschfeldes, das für den Europäer bereits ziemlich ungesund ist, finden sich nur wenige Ortschaften. Diese beginnen erst wieder mit dem Bergland von Nordtransvaal, Der erste Ort ist Nylstroom (600 E.), das mit Pretoria durch eine Bahn verbunden ist. Nördlich der Stadt liegt am Fuße des Waterberges ein Goldfeld, dessen Wert nicht näher bekannt ist. Die Bahn führt dann weiter über das Goldfeld von Marabastad nach Pietersburg (3300 E.). Das weitere Gebirgs- land wird hauptsächlich von Schwarzen bewohnt und enthält keine größeren Ortschaften mehr. Namentlich die Limpoposenke ist sehr ungesund und fast unbewohnt. Die Zahl der weißen Ansiedler, die in Farmen leben, ist nur gering.

In dem Stufenland von Ost-Transvaal lebt dagegen eine dichte schwarze Bevölkerung, die Ansiedlungen der Europäer aber finden sich nur in kleinen Ortschaften im Bereich der Goldfelder. So liegt z. B. im Süden Steynsdorp an der Grenze des Swasilandes, weiter nördlich aber in dem De Kaap-Tal Barberton (4000 E.). In der Mitte der 80 er Jahre wurde das Goldfeld hier entdeckt und schien sehr verheißungsvoll zu sein. So entstand in wenigen Wochen eine Stadt von 1020000 Einwohnern, allein die Mehrzahl der Minen gab keine guten Resultate und so sind denn die meisten wieder eingegangen, eine derselben allerdings, die Shebamine, die aus einem gewaltigen Quarzgang besteht, der in Schiefern aufsetzt, ist eine der reichsten Minen der Welt. Barberton ist mit der Delagoa-Bay-Bahn durch einen Schienenstrang verbunden.

Die nördlich der Eisenbahn gelegenen Goldfelder, wie Kl. Letaba mit dem Orte Leydsdorf, das Selatigoldfeld und die Mur- chisonkette, leiden unter dem ungesunden Klima und unter dem Auftreten der Tsetsefliege, die den Transport mit Ochsenwagen einschränkt. Sie werden sich daher kaum eher entwickeln, als bis sie durch eine Bahnlinie dem Verkehr erschlossen sind. Das wird voraussichtlich in einiger Zeit der Fall sein, da eine Bahn von Komati Poort nach Nordwesten hin gebaut wird.

Betschuanaland Protektorat. Unter dem Namen Betschuanaland Protektorat wird das ganze große Gebiet zwischen der Kapkolonie Transvaal, Rhodesia und