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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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Britisch Südafrika. 3 2 1

so groß wie Durban (32000 Einwohner), aber trotzdem Sitz der Re­gierung und daher die wichtigste Stadt des Binnenlandes. Mit ihren breiten Straßen und den grünen Plätzen, mit den Gärten der Villen­vorstädte und den stattlichen öffentlichen Gebäuden, wie dem Par­lament, dem Stadthaus, den Schulen, Kirchen und dem Theater macht sie einen freundlichen und durchaus europäischen Eindruck. Sie wird geschützt durch das hochgelegene Fort Napier. Was dem Fremden auf den Straßen von Pietermaritzburg wie auch Dur­ban, vor allem auffällt, sind die zweirädrigen leichten Wagen, die von einem starken, mit Ochsenhörnern geschmückten Kaffern ge­zogen werden. Diese Rickscha genannten Wagen stammen ur­sprünglich aus Japan, haben sich aber speziell in Natal schnell eingebürgert. Die Bahn führt weiter über die durch General Bullers Niederlage bekannte Stadt Colenso nach Ladysmith (6000 E.), von wo eine Eisenbahnlinie über den Van Reenen Paß nach Harri­smith im Freistaat führt. Nahe der Grenze von Transvaal liegen in einem Kohlenfelde die kleinen Städte Dundee (2500 E.) und New- castle(300oE.). Nun steigt dieBahn denPaß vonVolksrust (1650m) in die Höhe, an dem durch die Schlacht berühmten Majubaberge vor­bei. Der Ort Volksrust gehört bereits zu Transvaal. Von Glencoe, bekannt durch die erste Schlacht im Burenkriege, führt eine Bahn nach dem an Gold und Kohlen reichen Distrikt Vryheid, dessen gleichnamiger Hauptort 2300 Einwohner besitzt. Südlich von ihm liegt das bereits zu Sululand gehörige Goldfeld Nondweni. Indes scheint der Bergbau dort fast aufgehört zu haben.

Wie bereits erwähnt, finden sich im Sululande selbst viele kleine Ortschaften ohne größere Bedeutung

Die Oranjefluß-Kolonie.

Diese Kolonie entspricht in vollem Umfange dem alten Oranje- Freistaat. Sie steht direkt unter englischer Verwaltung, die ihren Sitz in der Hauptstadt Bloemfontein hat. Die Grenzen sind im Norden der Klipp- und Vaalfluß, im Osten das Kathlambagebirge, im Süden der Caledon und Oranje und nur im Westen ist die Grenze willkürlich gezogen worden.

Das gesamte Gebiet gehört ausschließlich der Oranje-Hoch- flache an und besitzt morphologisch einen überraschend einheit-, liehen Charakter. Es ist eine Steppe, die im Südwesten mit der Karruvegetation, im Nordosten dagegen mit Gras bestanden ist.

Die ursprünglichen Herren des Landes waren die Buschmänner, im Westen auch die Koranna-Hottentotten, sowie im Nordosten

Passarge, Südafrika. 21