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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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Britisch Südafrika. 3 1 g

lung von Arbeitern für die Minenbezirke, denn aus dem bereits dicht bevölkerten Lande wandern die jungen Leute auf einige Jahre in die Bergwerke als Arbeiter aus, um dann zurückkehrend mit dem Erlös eine Familie zu gründen und als Ackerbauer und Vieh­züchter weiter zu leben.

Größere Ortschaften fehlen. Die Siedelungen sind vielmehr Kraale, die einzelnen Sippen gehören und in dem Lande verteilt sind. Nur die Kraale der einflußreichen Großen und namentlich des Oberhäuptlings, stellen größere Dörfer vor. Der Hauptort Maseru (1580 m) hat indes nur etwa 600 Einwohner.

Die Zahl der Weißen ist gering, höchstens 600. Sie leben als Missionare und Händler in den Hauptplätzen.

Natal.

Bis zum Jahre 1893 war Natal Kronkolonie, d. h., das Land stand direkt unter englischer Verwaltung. In dem genannten Jahre erhielt es aber eigene Verwaltung mit einem von dem Lande er­nannten Premierminister und einem Parlament. Der Vertreter der englischen Regierung ist der Gouverneur. Im Jahre 1898 wurde das Sululand der Kolonie Natal angegliedert und nach dem Buren­kriege im Jahre 1902 auch der bis dahin zu Transvaal gehörige Distrikt Vryheid der Kolonie zuerteilt. Die Grenzen sind daher im Südwesten der Umtamfuna-Fluß, im Nordosten der Pongola und die portugiesische Grenze.

Das ganze Land gehört also dem Stufenlande an und bildet die Fortsetzung von Kaffraria. Nur der äußerste Osten gehört dem östlichen Küstenvorland an, und ist sehr ungesund, während das Stufenland durchweg ein prachtvolles, malariafreies Klima besitzt. Die eingeborene 'Bevölkerung ist sehr dicht und besteht nahezu ausschließlich aus Sulu, im Nordosten auch aus Tonga, die mit den Sulu verwandt sind. Die Zahl der Weißen beträgt etwa 100000, sie sind aber sehr ungleichmäßig verteilt. Weitaus die Mehrzahl der Weißen bewohnt nämlich die alte ursprüngliche Kolonie Natal, im Sululande aber wohnen nur einige tausend.

Die wirtschaftliche Grundlage des Landes ist in erster Linie Ackerbau und Viehzucht, für die das Land sehr geeignet ist. Aber auch hochwertige Plantagenprodukte, wie Tee, Kaffee und Zuckerrohr werden dank des heißen regenreichen Klimas in Na­tal angebaut. Von Mineralschätzen findet sich in dem westlichen Sululande an vielen Stellen Gold und zwar in Quarzgängen, die in Schiefern den Swasischichten aufsitzen. Indes hat sich der