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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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Britisch Südafrika. 2 11

tene Sambesi und der sumpfige Kwando vor. Nur zwischen der Mündung des Kwando und den Viktoria-Fällen kann man die Flußlinie mit Booten bequem überschreiten. Im nördlichen Süd­afrika bildet die Regenzeit ein sehr schweres Verkehrshindernis. Dann sind die Flüsse geschwollen und das flache Land oft weit hin sumpfig und unpassierbar. Dazu kommen die schweren Fieber und Tierkrankheiten. Der Wagenverkehr hört dann völlig auf, nur mit Trägern kann man reisen oder höchstens zu Pferde. Allein auch letztere unterliegen zum größten Teil rasch den klimatischen Krankheiten. Bezüglich der allgemeinen Kulturverhältnisse sei auf die allgemeinen Kapitel verwiesen.

Wir wollen nunmehr zu der Betrachtung der einzelnen Kolonien übergehen.

Die Kapkolonie.

Die Grenzen sind sehr unnatürlich. Den Kern des Landes bildet das alte holländische Kapland, also das Faltengebirge, die Hochflächen der Karru und von Klein-Namaland. Dazu kamen in englischer Zeit noch Kaffraria und West-Grikwaland, sowie Britisch- Betschuanaland, das bis Mafeking reicht. Auch ein Teil der süd­lichen Kalahari ist letzterem Gebiet angegliedert.

Die Bevölkerung hat sich seit der Kolonisation der Buren sehr stark verändert- Die Buschmänner sind vollständig verschwun­den, es gibt nur noch Reste von ihnen in der Süd-Kalahari, näm­lich den Stamm der Nusan. Ob es reine Hottentotten gibt, ist fraglich, die meisten von ihnen dürften gemischt sein. Die Stammes­namen sind beinah ganz vergessen, nur der der Koranna hat sich erhalten.

Von den Bantu wären besonders zu erwähnen die Fingo, die bekanntlich ursprünglich Sulu waren und aus Kaffraria nach dem Kaplande einwanderten. Sie bewohnen hauptsächlich das Ge­biet am Großen Fischfluß westlich von Kaffraria, leben aber auch sonst in den Städten des Kaplandes zerstreut. In Kaffraria selbst wohnen die Amakosa, deren wichtigste Stämme die der Tembu und Pondo sind. Von den Betschuanen reichen die südlichsten noch in das Gebiet der Kapkolonie. Es sind dies die Bathlapi bei Vryburg, die Barollong bei Mafeking, die Batlaros bei Kuru- man und schließlich Teile der Bakalahari in der Kalahari.

Die Bastards, also die Mischlinge zwischen all den verschiedenen Rassen, spielen im Kapland eine sehr große Rolle und ihre Zahl beträgt gegen 250000. Sie sind ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor, da sie besonders im Dienste der Weißen stehen, auf den