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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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Die portugiesischen und deutschen Kolonien. 303

untersuchen, da ja die Kupfererzlagerstätten des Klein-Namalandes bis in die Nähe des Oranje herangehen. Man sollte das Prospektieren des Landes in jeder Hinsicht begünstigen, denn anerkannter Ma­ßen werden neue Erzlagerstätten von Praktikern oder durch Zu­fall gefunden, nicht aber von wissenschaftlich gebildeten Fach­leuten. Vermutlich wird es S.-W.-Afrika nicht anders gehen und erst infolge dichterer Besiedelung des Landes noch etwaige ver­borgene Schätze gefunden werden.

Während man auf diesem Gebiete den Zufall walten lassen muß, kann man nach anderer Richtung hin mit vollem Zielbe­wußtsein vorgehen, nämlich bezüglich der Erschließung des Landes durch Bahnen. Die wichtigste Bahn wäre die, die vom Oranje über Keetmanshoop und Windhuk in das nördliche Schutz­gebiet ginge, weil dadurch letzteres mit der Kapkolonie in Ver­bindung gesetzt wird. Vor allem aber sollte man an die Besitz­ergreifung des Owambolandes sobald wie möglich herangehen, und zwar geschieht das am besten auf dem Wege, daß man einerseits für Bereitschaft einer schwarzen Schutztruppe, die aus einer unserer Tropenkolonien geholt werden müßte, sorgt und andererseits eine Bahn von Tsumeb oder Grootfontein aus in das Owamboland hinein baut, ohne die Häuptlinge überhaupt zu fragen. Das wäre meiner Meinung nach das einzige Mittel, ihnen unsere Überlegenheit der­artig vor Augen zu führen, daß sie eine friedliche Unterwerfung vorziehen. Mit der Erschließung des Owambolandes gewinnt man nicht nur eine Kornkammer, die die ganze Kolonie verproviantieren könnte, sondern auch Arbeitskräfte, denn das Owamboland ist stark bevölkert.

Voraussichtlich wird Südwestafrika im Welthandel immer nur eine bescheidene Rolle spielen, da ja die geographischen Verhältnisse so ungünstig sind und man wohl kaum hoffen darf, daß man mit den englischen Nachbarn auf einen so freundschaftlichen Fuß zu stehen kommt, daß diese den Bau einer Bahnlinie von Lüderitz- bucht oder Swakopmund nach Kimberley oder Johannesburg ge­statten. Durch eine solche Bahn könnte nämlich der Personenver­kehr und der Export wertvoller, nicht kompendiöser Waren über die Häfen Deutsch-Südwestafrikas gelenkt werden, da ja diese Eu­ropa erheblich näher liegen, als Kapstadt und man sich einen langen -Umweg ersparen könnte.

Die Kolonie Mosambik.

Die portugiesische Kolonie Mosambik erstreckt sich von Deutsch-Ostafrika bis zur St. Lucia-Bai im S. ünd nimmt im wesent-