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XXVI. Kapitel.
vielmehr ist das ganze Land unter den verschiedenen Mächten aufgeteilt. Und zwar sind es drei europäische Staaten, die hier Kolonien besitzen, England, Portugal und Deutschland. Der größte Teil des Südens und die Mitte sind englisch, der NW. und die Ostküste sind portugiesisch, deutsch ist nur das Gebiet an der Westküste zwischen dem Oranje und Kunene. Wir wollen die verschiedenen Staaten betrachten, und zwar zuerst Angola, Deutschsüdwestafrika und Mosambique.
Die Kolonie Angola.
Angola ist eine portugiesische Kolonie, die unter der Leitung eines Gouverneurs steht, der seinen Sitz in Paolo de Loanda hat. Sie umfaßt das Gebiet zwischen Kongo und Kunene. Die Südgrenze verläuft ziemlich geradlinig von W. nach O. im Verlauf des unteren Kunene, des mittleren Okawango bis zum Sambesi. Die Ostgrenze bildet der Sambesi und Kabompo. Dann verläuft die Grenze, stufenförmig nach dem Kongo hin ansteigend, über den Dilolo-See, den Kassai und Kwango zum Kongo. Von dieser Kolonie, die eine Größe von 1270800 qkm besitzt, gehört die größere Hälfte Südafrika an, also ca. 700000—800000 qkm.
Natürliche Regionen. Zu der Kolonie gehört einmal das gesamte Angolahochland, also das regenarme Stufenland mit seinen Wüsten und Steppen, und das regenreiche fruchtbare Hochland mit seiner Abdachung nach SO. und O., außerdem aber auch der größte Teil der Nord-Kalahari mit ihren zahllosen sumpfigen Flüssen und den mit tropischen Buschwäldern bedeckten Sandfeldern. Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Bantu- negern, die in zahlreiche Stämme zerfallen. So wohnen im Küstengebiet zwischen dem Kunene und Benguela die nur wenig bekannten Bakoroka, Bakuisso und Bakuando. Nördlich des unteren Kunene und innerhalb des Gebirgslandes ein Rest der Herero, die Wa- schimba. Östlich von ihnen wohnen jenseits des Kunene die Owambo, von denen 2/ 3 in der portugiesischen Interessensphäre leben. Im Angolahochlande selbst findet man die Stämme der Mabunda und Ganguella. Südöstlich von ihnen wohnen die Am- buella und Kalowale. Am Okawango sitzen die räuberischen Owakwangari und am Sambesi von S. nach N. hin die Massubia, Barutse und im Quellgebiet die Balunda. Die Baschioko aber nehmen das nach ihnen benannte Plateau ein.
Innerhalb des Sandfeldes der Kalahari gibt es auch noch Reste von Buschmännern. Zwischen dem Kunene und Okawango