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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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XXV. Kapitel.

Arbeitermangel hält an und von den Minen wird immer nur ein Teil abbauwürdig sein.

Auf die anderen Erze, die in Südafrika vorkommen, wie Kupfer, Zink, Zinn, Blei, die keine so ausschlaggebende Rolle in dem wirtschaftlichen Leben spielen, sei bei der Besprechung der ein­zelnen Kolonien eingegangen. Nur auf die Ausbeutung der Kohlen sei kurz hingewiesen. Es ist gewiß ein glückliches Zusammen­treffen, daß sich in der Nähe der reichsten Gold- und Diamant­minen auch abbauwürdige Kohlenlager finden, die zu dem Auf­schwung des Bergbaues ganz wesentlich beigetragen haben. Da wären wohl vor allem zu nennen die Kohlengruben von Bocksburg und Vereenigung in Transvaal, die für Johannesburg von der größten Wichtigkeit sind, die Gruben von Dundee und Newcastle in Natal, die von Stormberg, Indwe und Molteno in der Kapkolonie und die von Wanki im Matabelehochlande. Letztere kommen vor allem der Eisenbahn und den Bergwerken des Matabelelandes zugute.

Die übrigen Produkte aus dem Tier- und Pflanzenreich, das Erdöl bei Inhambane, der Guano an der S- und W-Küste haben keine große Bedeutung.

II. Die Einwirkung der europäischen Kultur auf die Eingeborenen.

Da, wo sich eine europäische Landbevölkerung gebildet hat, also in den gesunden subtropischen Teilen Südafrikas, hat sich der umgestaltende Einfluß der europäischen Kultur am stärksten geltend gemacht. Je weiter nach N, in den ungesunden tropischen Regionen, um so mehr haben die Eingeborenen ihre ursprüng­liche Kultur bewahrt. Betrachten wir die Umgestaltung auf den verschiedenen Gebieten der Reihe nach.

Bezüglich der Viehzucht hat sich nur wenig geändert, der Charakter ist im wesentlichen derselbe geblieben, und wenn in den letzten 10 Jahren die ursprünglichen, minderwertigen Rinderrassen der Eingeborenen zum größten Teil verschwun­den und durch bessere ersetzt worden sind, so ist daran mehr die Rinderpest, als der europäische Einfluß schuld. Wohl aber ist es letzterem wesentlich zu verdanken, daß das Schaf jetzt über ganz Südafrika verbreitet ist, und zwar ebenso, wie die Ziege, in durch Kreuzung gezüchteten Abarten. Vollständig neu eingeführt wurden Pferd und Esel, von denen sich namentlich das erstere bei den wohlhabenden Schwarzen überall da einge­bürgert hat, wo die klimatischen Verhältnisse es gestatten. Bei