Die Kulturbedmgungen. l5g
und namentlich auch in den Massiven des Südwestafrikanischen Hochlandes in großer Zahl, aber geringer Ausdehnung finden.
Neben den Wasserverhältnissen wird die Bewohnbarkeit durch die gesundheitlichen Verhältnisse wesentlich beeinflußt (Karte 21). Die Malaria ist es, die nicht nur der europäischen Besiedelung unüberwindüche Hindernisse bereitet, sondern auch die schwarze Bevölkerung, namentlich die Bewohner der gesunden Hochflächen, auf das schwerste affiziert. Ist doch z. B. das kriegerische Volk der Makololo in den ungesunden Sümpfen am Kwando und Sambesi in wenigen Jahrzehnten durch die Malaria aufgerieben worden!
Drei gesundheitlich verschiedene Regionen könnte man in Südafrika unterscheiden. Im Südwesten und Süden, also den trockensten und am höchsten gelegenen Gebieten findet sich eine Region, in der Malaria zum Teil fehlt, zum Teil nur so schwach auftritt, daß sie für europäische Besiedelung kein Hindernis bildet. Auch die höchsten Teile des Angola- und Matabelelandes gehören dieser Region an.
Die zweite Region, die sich nach Nordosten hin anschliesst, den größten Teil des Angolahochlandes, der mittleren und südlichen Kalahari, des Betschuanenlandes, des Matabelehochlandes und des mittleren Transvaal umfaßt, ist zwar noch für europäische Familien bewohnbar, allein die Malaria tritt dort während der Regenzeit bereits so häufig auf, daß sie jährlich zahlreiche Opfer verlangt.
In den feuchten Teilen der nördlichen Kalahari, des Sambesi und Limpopogebietes schließlich herrschen so schwere Fieber, daß es europäischen Familien schon sehr schwer fallen dürfte, dort längere Zeit zu wohnen. Namentlich die Kinder dürften auf das schwerste leiden. Für eine europäische Besiedelung kommen sie nicht mehr in Frage.
In einem gewissen Gegensatz zu den gesundheitlichen Verhältnissen der verschiedenen Regionen steht ihre Kulturfähigkeit (Karte 22). Pflegen doch gerade die ungesundesten Gebiete die fruchtbarsten zu sein, die gesunden dagegen wesentlich nur für Viehzucht in Frage zu kommen. Wir wollen zunächt die Bedeu tung der verschiedenen Regionen für Jagd, Fischfang, Viehzucht und Ackerbau betrachten.
Bei dem großen Wildreichtum, der ursprünglich Südafrika eigen war, ist es leicht verständlich, daß die Jagd einstmals wohl in allen Gebieten eine große Rolle gespielt hat und daher Jäger-