IÖ2 XVII. Kapitel.
4) in Gibeon 339,6 mm Maximum, 51,7 mm Minimum, Differenz 287,9 mm bei mittlerem Niederschlag von 246,3 mm;
5) in Pella 178,9 mm Maximum, 56,2 mm Minimum, Differenz 122,7 mm bei mittlerem Niederschlag von 96 mm.
Die Schwankung ist also nach Süden hin in den trocknen Gebieten größer, als das Jahresmittel selbst. Wie wollte man da aus den bisher vorhegenden Beobachtungsreihen erkennen, ob eine Abnahme noch stattfindet oder nicht!
Auf eine eigentümliche Bildung sei hier noch aufmerksam gemacht, da in diesem Kapitel so viel von der Bedeutung der Bodentiere die Rede war. Der größte Teü der Gesteinsfelder ist nämlich mit einem Sande bedeckt, der ein bis zwei Meter Tiefe besitzt und mit Gesteinsbrocken aus dem Untergrunde erfüllt ist, — der Decksand. Das Problem ist nun folgendes: Wie kommen die eckigen Gesteinssplitter in den Sand hinein? — Entweder hat sich der Sand ursprünglich gleichzeitig mit diesen Gesteinsstücken gebildet, oder sich erst später mit ihnen gemischt. Ersteres ist so gut wie ausgeschlossen, da weder bei einer Wind- noch bei Wasserablagerung des Sandes die Entstehung eines solchen völlig ungeschichteten und mit eckigem Gesteinsschutt erfüllten Sandes möglich wäre. Man muß daher annehmen, daß jener erst nachträglich in den Sand gekommen ist. Die Erklärung ist in der Tat nicht schwer zu finden; denn der Sand wird von Tausenden und Abertausenden Bauten wühlender Tiere durchsetzt, sowohl von kleineren Säugetieren, als auch besonders von Legionen von Ameisen und Termiten. Die letzteren dringen in die Ritzen des Gesteins ein, um dort ihre Nester anzulegen und schaffen den verwitterten Gesteinsschutt heraus. So mischt er sich mit Sand, und so ist denn durch die Tätigkeit der wühlenden Tiere dieser eigentümliche Sand, der die Gesteinsfelder bedeckt und den Namen Decksand erhalten hat, zu erklären.
XVII. Kapitel.
Die Kulturbedingungen.
Die physische Geographie bildet die Grundlagen für das Verständnis der Kulturgeographie. Sie läßt uns die Kulturbedingungen eines Landes erkennen, sie macht die Abhängigkeit