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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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Die Kulturbedingungen. 153

des Menschen von der Natur des Landes, seiner Oberfläche, seinem Boden und Klima, seiner Pflanzen- und Tierwelt verständlich. Sie ermöglicht auch das Verständnis für das Zustandekommen der Siedelungen, für die Geschichte der Völker und den gesamten Kulturzustand.

Neben der physischen Geographie ist nun aber auch die Welt- Stellung von größter Wichtigkeit, d. h. die Lage des Landes zu anderen Kulturgebieten und zu den großen Verkehrswegen. Im Südwesten der alten bewohnten Welt gelegen, ragt der afrika­nische Kontinent hinaus in die insellose unfruchtbare Salzflut des atlantischen und indischen Ozeans. Gefährlich sind seine Küsten durch die furchtbare Brandung, durch häufige Stürme, Nebel und die schlechte Beschaffenheit der Häfen. Solche fehlen sogar selbst großen Verkehrsplätzen meist und man kann bei diesen nur von offenen Rheden sprechen. So erklärt es sich, daß vor dem Eintreffen der Europäer keine Schiffahrt an den Küsten West- und Südafrikas existierte, wenn auch in manchen Gegenden der argen Brandung zum Trotz der Schwarze es gewagt hat auf kleinen Einbäumen in das Meer vorzudringen. Zu einer ausge­dehnten Küstenschiffahrt kam es nicht.

Anders sind die Verhältnisse auf der Ostseite. Dort finden wir nicht nur eine zahlreiche Inselwelt, die das Zustandekommen von Schiffahrt und Handel begünstigt, sondern die Ostküste be­sitzt auch günstige Verkehrsverhältnisse mit Asien, namentlich Süd­arabien und Indien. Der Südwest- und Nordostmonsum im Verein mit den Meeresströmungen sind es, die die Verbindung herstellen und so kommt es, daß seit grauen Zeiten Ostafrika mit Asien in mehr oder weniger lebhaftem Verkehr gestanden hat. Außer der Südküste Asiens haben auch Vorderasien und die Mittelmeerländer auf Afrika in kultureller Hinsicht eingewirkt. Und es ist wohl kaum zu bestreiten,' daß im Laufe der letzten Jahrtausende die von Norden und Nordosten herkommenden Einflüsse maßgebender ge­wesen sind, als die über See aus Osten einwirkenden. Die Kultur­einflüsse haben sich in das Innere von Afrika auf verschiedenen, durch die Natur deutlich vorgeschriebenen Straßen verbreitet.

Die Hauptverkehrsstraßen Afrikas (Karte 19) liegen in denjenigen Regionen, in welchen sowohl die Vegetation als auch große Flüsse, Seen und Sümpfe den Wanderungen keine großen Hindernisse bereiten. Es müssen diese Wandergebiete aber auch genügend mit Wasser versehen sein. Sind die Gesundheitsverhält­nisse günstig, d. h. treten Malaria und ferner Viehkrankheiten nur