I4 6 xv - Kapitel.
im Süden ausdehnt. Wenig gegliederte Sandfelder werden von einigen großen Flußbetten durchzogen, so dem Nossop vom Damara- hochland, dem Molopo von der Hochebene von Mafeking, sowie einigen Zuflüssen vom Kapplateau. Die zahlreichen kleinen Flußbetten, wie sie sich in der mittleren Kalahari finden, scheinen hier zu fehlen und einförmige wellige Sandfelder vorzuherrschen. Zwischen dem südlichen Betschuanenplateau und dem Oasplateau treten Brackpfannen — eine besondere Art der Kalkpfannen — in großer Zahl und von bedeutendem Umfange auf. Sie enthalten zum Teil Quellwasser, das aber nicht selten salzhaltig ist und erreichen einen Durchmesser von einigen Kilometern, sind aber nur wenige Meter tief in dem Kalksandstein, der jedenfalls dem Kalaharisandstein entspricht, eingesenkt und besitzen einen völlig ebenen Boden. An ihrem Südwestende sollen sich regelmäßige Erhebungen von roten Sanden befinden. Im südwestlichen Teil nach dem Groß-Namaland zu, ist der Sand in langen parallelen Dünenketten, die nur wenig bewachsen sind, zusammengeweht und zwischen diesen Sandketten liegt harter Tonboden mit Salzpfannen, die sogenannten „Straaten". Der Charakter jenes Gebietes ist schon ganz wüstenhaft.
Die Niederschläge in der südlichen und mittleren Kalahari.
Über die Höhe der Niederschläge im Bereich der südlichen und mittleren Kalahari ist man zum großen Teil auf Vermutungen angewiesen. Beobachtungen liegen vor aus Gobabis (470 mm), Oas (475 mm), Aminuis (307 mm), Gochas (243 mm), Hasuur (230 mm), The Halt (157 mm), Upington (205 mm), Trooilaspan (225 mm), Grikwastadt (397 mm), Vryburg 565 mm), Molopolole (516 mm). Alle diese Plätze liegen teils am Rand, teils wie Gobabis und Oas bereits in der Kalahari. Da die regenbringenden Winde aus Osten kommen, so wird die Zentralstufe (Vryburg und Molopolole) mehr Regen erhalten als die daran anstoßende Steppe der Kalahari, da sich nach Westen das Land senkt. Da nun im weiteren Verlauf nach Westen wieder ein erheblicher Anstieg zum Südwestafrikanischen Hochlande und zwar ganz plötzlich um ca. 300 m an der Oasstufe stattfindet, so wird die Niederschlagsmenge wieder zunehmen. Tatsächlich hat Oas 475 mm, Gobabis 471 mm. Die trockensten Gebiete dürften also in der Mitte liegen und in der Südkalahari ca. 2 5o mm, in der mittleren 300 — 400 mm Niederschlag erhalten. Im Ngamigebiet mag die Regenhöhe 400—5oo, allerhöchstens 600 mm erreichen.