j o 2 XV. Kapitel.
sprechend war der Wildreichtum einst ein sehr großer, dürfte aber auch heutzutage noch bedeutend sein.
XV. Kapitel.
Das Südafrikanische Becken = Kalahariregion.
Der größte Teil des südafrikanishen Beckens wird von gewaltigen Sandablagerungen relativ jungen Alters bedeckt, die für den Charakter des Landes bestimmend sind. Wenn auch das ganze Gebiet klimatisch und physiognomisch keine Einheit bildet, da die Niederschläge im Süden und Norden außerordentlich verschieden sind, so erzeugt die Bedeckung mit tiefem Sande in dem ganzen Gebiet doch gleichartige Bedingungen, die auf die gesamte organische Welt und die physikalischen Vorgänge, wie Erosion u. a. gleichartig einwirken. Da nun außerdem der geologische Aufbau der jungen Schichten und die Entstehungsgeschichte des ganzen Landes recht einheitlich sein dürfte, so ist es wohl gerechtfertigt, das ganze große Gebiet unter einem einheitlichen Namen zusammenzufassen, nämlich dem der Kalahari.
Ursprünglich galt dieser Name nur für die Sandfelder im Süden, wo sich der Betschuanenstamm der Bakalahari angesiedelt hatte. Livingstone bereits übertrug aber diesen Namen auch auf die nördlich davon gelegenen bis zum Kwando und Sambesi reichenden Sandfelder. Letztere aber büden wiederum einen Übergang zu dem Gebiet des Oberen Sambesi, Kwando und Okawango. Es heißt daher nur noch einen Schritt weiter gehen, wenn man den Namen Kalahari auch auf die nördlichen Sandfelder ausdehnt. Tatsächlich unterscheiden sich der Norden und Süden nur durch den größeren Reichtum an Niederschlägen und davon ist die Verschiedenheit bezüglich der Flüsse, der Vegetation und der Lebensbedingungen für Tiere und Menschen abhängig.
Das ganze Gebiet zerfällt in drei, dem physischen Charakter nach gut zu unterscheidende Regionen. Eine scharfe Grenze existiert zwischen ihnen freilich nicht, man ist vielmehr genötigt, willkürliche Grenzen zu ziehen, die die Übergangsgebiete durchschneiden.
Nord-Kalahari kann man das Gebiet nennen, welches von zahlreichen wasserführenden Flüssen durchzogen ist, die während des größten Teiles im Jahre oder dauernd Wasser führen. Die