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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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Das Südafrikanische Becken = Kalahariregion. 1^5

Die hydrographischen Verhältnisse sind folgende: Der Botletle bildet bei Itumis Dorf ein kleines Sumpfland, das in vieler Beziehung dem großen Okawango-Sumpfland ähnelt Litaka = Schilf der Eingeborenen, Livingstones Kumadau See. Sein Bett setzt sich aber weiter nach Osten fort und endet schließlich in der kleinen Ssoapfanne. Während der Hochflut des Botletle, d. h. im August bis November, wird die Ssoapfanne zuweilen mit Wasser gefüllt, während der Regenzeit aber bringt der Nata aus dem südwestlichen Matebeiehochland erhebliche Wassermengen mit, so daß auch während der Regenzeit mindestens Teile der Pfanne unter Wasser gesetzt werden können.

Einstmals mündete der Letyahau in das westliche Makarri- karribecken mit vielen Armen ein, und manches spricht dafür, daß die Salzpfannen nicht immer abflußlos gewesen sind, sondern sich früher nach Nordosten hin durch das sogenannteLand der tausend Teiche", wo sich auch tief eingeschnittene Flußbetten, die von ge­waltigen Sandwällen eingefaßt sind, finden, gegen den Gwai und Sambesi hin entleert haben.

Ein Wort noch über die Hochflut des Okawango:

Während der Regenzeit November bis April fallen in dem Angolahochland sehr bedeutende Niederschläge, die nun z. T. durch den Okawango und Kwito abgeführt werden. Oberhalb der Otawi-Gonye-Schwelle breiten sich nun weite Überschwemmungs- ebenen zu beiden Seiten der Flüsse aus und diese werden zu­nächst durch die Hochflut unter Wasser gesetzt. Die Folge da­von ist, daß in dem unteren Okawango die Flut erst im Juni und Juli ansteigt und in dem Sumpfland im August und September die höchste Höhe erreicht. Ende September und Oktober nimmt dann die Höhe wieder ab. Im September oder Oktober dürfte dann eventuell die Ssoapfanne gefüllt werden. Die Höhe der Flut wechselt in den verschiedenen Jahren sehr stark und erreicht manchmal ganz überraschende Dimensionen. So war die Hochflut im Jahre 1899 so bedeutend, daß ein Teil des Ngamisees sich vom Homefluß aus wieder füllte. In das Makarrikarribecken drang das Wasser so schnell und überraschend ein, daß die Bewohner des damals trocken gelegten Sumpflandes bei Itumi nur mit Mühe und Not das nackte Leben retten konnten und einen großen Teil ihrer Habe, Getreide und Vieh verloren.

Die Südkalahari.

Es ist ein sehr einförmiges und noch recht wenig bekanntes Land, das sich zwischen der Mittelkalahari und dem Oranjefluß

Passarge, Südafrika. 10