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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
Entstehung
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Das Südafrikanische Becken = Kalahariregion.

Niederschläge sind so reichlich, und vor allem kommt von den Hochländern im Norden so viel Wasser her, daß große Teile an einem Überfluß an Grundwasser leiden und daher sumpfig und unbewohn­bar sind. Die Flüsse sind im allgemeinen breit und von sumpfigen Zonen mit Moorboden eingefaßt.

Die Südgrenze dieses Gebietes könnte man wohl am besten von der Spitze der Otavihalbinsel bei Grootfontein nach Nordosten bis zum Okawango ziehen und dann diesem Fluß und dem Sse­linda und Kwando bis zum Sambesi abwärts folgen.

Die Mittel-Kalahari ist ein Gebiet, in welchem die Nieder­schläge schon ganz wesentlich geringer sind. Infolgedessen ist die Vegetation die einer trocknen Steppe mit dichten Busch­wäldern oder ausgedehnten Grasflächen. Dauernd ist Wasser während der Trockenzeit nur selten in Quellen oder Kalkpfannen der Gesteinsfelder zu finden. In der Regenzeit enthält das Sand­feld dagegen meist Sandpfannen Vleys, die sich vorüber­gehend mit Wasser füllen. Bemerkenswert ist besonders das Auf­treten zahlreicher, größerer und kleinerer Flußbetten, die meist dauernd trocken sind; nur wenige der größeren führen zuweüen nach starkem Regen Wasser. In dem Grenzgebiet gegen die nörd­liche Kalahari pflegt dieses freilich die Regel zu sein.

Die Südgrenze der mittleren Kalahari kann man ziehen vom Onyatibergland nördlich der Quellflüsse des Nossob nach OSO. bis zur Ostgrenze der Kalahari auf dem Betschuanenplateau.

Die Süd-Kalahari empfängt noch weniger Niederschläge als der mittlere Teil des Sandfeldes. Die Trockenheit ist daher hier am größten. Von den Flußbetten scheinen nur einige wenige größere Betten das Sandfeld zu durchschneiden, so besonders der Nossop und Molopo. In dem größten Teil scheinen sie aber völlig zu fehlen; nur flachwelliges Sandfeld dehnt sich aus, in welchem ganz lokal in Kalksandstein eingesenkte flache Pfannen auftreten. An solchen Stellen finden sich auch zuweilen Brunnen, häufig mit salzigem Wasser. Die Vegetation ist nach Südwesten hin, d. h. am unteren Nossop und Molopo, eine Steppe, ähnlich wie in den mittleren Gebieten. Gegen Groß-Namaland zu wird das Land aber ganz wüstenhaft und lange hohe Sandwellen, die durch Strecken harten Lehmbodens getrennt sind, treten auf.

Betrachten wir nun die drei Regionen der Kalahari näher. Die Nord-Kalahari.

Die Nord-Kalahari zerfällt in zwei, ihrer physischen Beschaffen­heit nach recht verschiedene Gebiete: