g6 X. Kapitel.
über furchtbare Dürren, die mit Perioden oder Jahren überreichlicher Regen wechseln. (Vgl. die Tafel der Niederschläge.) Nach der Küste zu nimmt die Niederschlagsmenge schnell ab und es entwickelt sich das Wüstenklima der Namib mit ihren häufigen und dichten Nebeln in der Küstenregion.
Von solchen größeren Flüssen sind nur drei zu erwähnen. Im Norden der Eiseb, der ungefähr an der Grenze zwischen dem Kaokoplateau und dem Damarahochland fließen dürfte, der Swakop und der Kuisep. Eiseb und Swakop entspringen auffälligerweise nicht auf dem Plateaurand, sondern weit im Osten bereits auf der Hochfläche. So liegen die Quellbäche des Swakop in einer Ebene, die in das Sandfeld der Kalahari übergeht. Dieser Fluß durchbricht also den ganzen Gebirgsrand.
Die Vegetation des Damarahochlandes weist in der Namib im Gebirge einen verschiedenen Charakter auf. Die Namib ist zum großen Teile vegetationslos — wenigstens sehr vegetationsarm und trägt die bekannte, bereits beschriebene Namibflora. Gegen das Gebirge zu wird die A^egetation dichter, die Milchbusch- und Euphorbienregion künden die beginnende Steppe an, die anfangs aus Grasland mit vereinzelten Bäumen und lichtem Busch besteht, nach dem Innern zu entwickelt sich jedoch ein Buschwald, namentlich aus Dornbäumen. Vertreter der tropischen Savannen — Baobab und Hyphaene — treten noch nicht auf, sie beginnen erst auf der Otavihalbinsel und im Kaokofeld.
Das Groß-NamahochJand.
Die Decke des sedimentären Gesteins, die den Charakter des Kaokoplateaus bedingt, entwickelt sich nach Süden hin von neuem und ist für die Oberflächengestaltung des Groß-Namalandes von ausschlaggebender Bedeutung; denn diesen sedimentären Gesteinen verdanken die Berge jener Gegend ihren ausgesprochenen Plateaucharakter. Dazu kommt das Auftreten von langen nord-südlich streichenden, grabenförmigen Senken, die wahrscheinlich tekto- nische Gräben sind, in denen auch Eruptivgesteine auftreten. Von Westen nach Osten gliedert sich das ganze Land in drei Zonen (vgl. Nr. 5 der Profiltafel); die Namib, das Grabengebiet und das Feldschuhträgerplateau (Veldschoendrager). Wie im Damaraland, steigt die Namib auch hier langsam nach Osten an und unmerklich erreicht man eine Höhe von fast i5oo m, ohne daß das Land gebirgig wird; nur einzelne Berge und Bergstöcke treten auf. Mit Ausnahme des einen einzigen Weges von Lüderitzbucht nach Kubub,