X. Kapitel.
Das Südwestafrikanische Hochland.
Die Kolonie Deutsch-Südwestafrika zerfällt in drei natürliche Regionen, die von Westen nach Osten aufeinanderfolgen:
a) Die Küstenwüste der Namib,
b) das Gebirgsland,
c) das Sandfeld der Kalahari.
Hier sollen nur die beiden ersten Landschaften besprochen werden.
Die Namib stellt nur einen schmalen Streifen vor und ist außerdem mit dem Hinterlande so enge verbunden, daß es unnatürlich wäre, sie als selbständiges geographisches Glied zu betrachten und von dem Hinterlande zu trennen.
Fassen wir sie mit dem Gebirgsland gleichzeitig ins Auge, so lassen sich drei von Norden nach Süden aufeinander folgende Regionen unterscheiden: Das Kaoko-, das Damara- und das Groß- Nama-Hochland. Diese drei verschiedenen Gebirgsländer unterscheiden sich von einander durch ihre Oberflächengestaltung, die wiederum von dem geologischen Bau abhängt. Das Damara- hochland nämlich besteht aus kristallinen Gesteinen, hauptsächlich Gneißen, Graniten und Glimmerschiefern; im Kaoko- und Groß- Namahochland dagegen sind diese alten Gesteine zum größten Teil von horizontal gelagerten sedimentären Schichten bedeckt, infolgedessen haben die Berge den Charakter von Tafelbergen.
Das Kaokohochland.
Die Nordgrenze bildet der Kunene. Das Hochplateau senkt sich von Süden nach Norden gegen den Kunene hin, fällt aber doch, wie es scheint, noch recht steil gegen diesen Fluß ab. Jedenfalls findet man südlich des Flusses noch recht stattliche Gebirge von 1300 bis 1800 m Höhe. Die Südgrenze ist nicht so scharf zu ziehen. Sie fällt ungefähr zusammen mit einer Linie, die sich von der Mündung des Eiseb in das Meer zum Südrand des Water- berges und darüber hinaus nach Nordosten erstreckt. Nach Osten hin begrenzt die Sandebene des Owambolandes und des Etosa- beckens das Gebirgsland.