g2 X. Kapitel.
Über die klimatischen Verhältnisse des Kaokogebietes sind wir noch recht wenig orientiert. Die Küste ist noch vollständig wüstenhaft; in dem Gebirge aber dürften erhebliche Niederschläge fallen, die nach Osten zunehmen, das kann man daraus schließen, daß sich die Flüsse während der Regenzeit ziemlich regelmäßig mit Wasser füllen, aber bis auf die größten erreichen sie nicht den Ozean, sondern enden in dem Dünensande der Küste.
Während man also einerseits den Eindruck gewinnt, daß das Gebirge ziemlich regenreich ist, muß man andererseits feststellen, daß die Hochflächen recht wasserarm sind und, wie es scheint, mit zu den ödesten Teilen Südwestafrikas gehören. — Die Namib- Vegetation geht von der Küste bis zur Höhe der ersten Stufe (55o m), dann folgt eine nach Osten hin immer dichter werdende Steppenvegetation, die in dichten Steppenbuschwald übergeht. Dieser besteht aber zum großen Teil nicht etwa aus Dornbäumen, sondern aus Laubbäumen, nämlich Copaifera mopane. Recht regenreich (600 bis 700 mm) ist bereits die Otavi-Halbinsel und der Waterberg. Dort gedeihen bereits Baobab und Hyphäney- palmen und auf der Südseite des Waterberges hat die Flora einen ganz tropischen Charakter. Mächtige Ficusbäume treten dort auf und zahlreiche Quellen entspringen am Fuß der steilen Sandsteinwände. Es ist daher ein Gebiet, in dem auf fruchtbaren humosen Sandboden Ackerbau sehr wohl möglich ist, zumal mit Hilfe von künstlicher Bewässerung.
Das Damarahochland. In welcher Weise sich aus dem Kaokoplateau das lediglich aus kristallinen Gesteinen bestehende Damarahochland entwickelt, ist zur Zeit nicht bekannt. Es ist wohl leicht denkbar, daß bedeutende Brüche die beiden so verschiedenen Gebiete trennen. Es könnte aber auch sein, daß sich allmählich das kristalline Grundgebirge nach Süden erhebt. Am Nordende des Brandberges jedenfalls finden sich noch harte Tonsteine in flacher Lagerung an den Granit angelegt und weiter nordwestlich Tafelberge aus Mandelsteinen, die mit den Mandelsteinen des Kaokogebietes identisch sein dürften. Die Südgrenze des Damarahochlandes fällt ungefähr mit dem 24° s.Br. zusammen. Von der Küste steigt das Land nach Osten allmählich an (vergl. Nr. 4 der Profiltafel), indessen lassen sich vielleicht doch zwei Stufen unterscheiden. Sehr ins Auge fällt diese Stufenbildung aber jedenfalls nicht, vielmehr entwickelt sich das Gebirgsland, indem die anfangs einzeln auftretenden Inselberge