64 VI. Kapitel.
Die Stellung des
5. Waterbergsandsteins ist, wie wir sahen, nicht sicher bekannt. Es ist unmöglich, etwas Bestimmtes zu sagen. Wenn er aber dem Tafelbergsandsteine entsprechen sollte und auch identisch ist mit dem Sijarirasandstein und den Escarpmentgrits am Sambesi, dann wäre damit erwiesen, daß zur Zeit der Paläozoikums, und zwar vielleicht zur Silurzeit, der ganze Osten Südafrikas vom Meere bedeckt wurde. Allerdings wäre man berechtigt, auch die Frage zu erörtern, ob nicht diese gewaltigen Sandsteinmassen eine Landbildung sind, und zwar im trockenen Klima entstandene Dünen- oder Steppenablagerungen. Dagegen sprächen aber vielleicht die Schieferbänder mit gekritzten eckigen Geschieben in der nordwestlichen Kapkolonie. Auch hier tappt man vollständig im Dunkeln. Die geschrammten Geschiebe stammen anscheinend aus nördlichen Regionen, demnach hätten die Gletscher sich im Norden befunden.
Bokkeveldschichten und Wittebergsandstein sind bisher nur in der Kapkolonie gefunden worden und man hat keinen Anhalt dafür, wie weit diese, zum Teil zweifellos marinen Ablagerungen, in das Innere eingedrungen sind.
Während die Schieferbänder mit den geschrammten Geschieben auf eine zurzeit der Ablagerung des Tafelbergsandsteins vorhanden gewesene, aber noch recht problematische Eiszeit hinweisen mit Gletschern, die sich nördlich des Olifantflusses befunden haben müßten, kann man bezüglich der Permokarbonzeit jetzt wohl mit Sicherheit behaupten, daß das Innere Südafrikas, die südliche Kalahari bis Transvaal hinein mit Inlandeis bedeckt gewesen ist. Diese Erscheinung ist umso merkwürdiger, als wir ja am Sambesi Kohlenlager mit der europäischen Flora der Oberen produktiven Karbonzeit finden.
Man muß also annehmen, daß diese bei dem Klimawechsel vollständig verdrängt worden ist. Wie weit die Vereisung nach Norden gegangen ist, dafür fehlt bisher jeglicher Anhalt. Das Dwykakonglomerat im Süden dürfte wohl eine Ablagerung in Seebecken sein, allein es ist doch im hohen Grade auffallend, daß sich so gar keine Tierreste in dem Schieferton erhalten haben. Denn in der heutigen Zeit ist ja das Meer der polaren Regionen bis in die Nähe des Eisrandes hin mit einer an Individuen sehr reichen Fauna erfüllt. Vielleicht hat es sich um ein mehr oder weniger abgeschlossenes Süßwasserbecken gehandelt. Dann ist aber wiederum die bedeutende Mächtigkeit der Driftablagerungen