VI. Kapitel.
Übersicht über die geologische Geschichte Südafrikas.
Im Nachfolgenden sei eine kurze Darstellung der geologischen Geschichte Südafrikas versucht, die naturgemäß zum großen Teil sehr hypothetisch ist, allein es ist vielleicht doch von Nutzen, sich einmal kurz darüber klar zu werden, wie man sich auf Grund der bisher bekannt gewordenen Tatsachen wohl die geologische Entwicklung vorstellen könnte, wenn man sich auch stets dessen bewußt bleiben wird, daß neuere Funde die Auffassung wesentlich ändern können. Die Darstellung soll sich aber nur mit der geologischen Entwicklung des Sockels von Südafrika beschäftigen, nicht auch mit den jungen Auflagerungen. Diese soll einem besonderen Abschnitt vorbehalten bleiben.
i. Die Primär-Alpen. Ursprünglich muß in Südafrika ein gewaltiges Gebirge existiert haben, das aus kristallinen Schiefern, Gneißen und Graniten bestanden hat und das überall den Untergrund der mehr oder weniger flach auflagernden sedimentären Schichten bildet. Eine Rekonstruktion dieses Alpengebirges ist bis zum heutigen Tage nicht möglich, auch ist es zurzeit nicht sicher, aus wie viel Formationen es sich aufbaute.
2. Die Ablagerung der Witwatersrandschichten. Das Primärgebirge wurde vollständig eingeebnet, sei es durch die abtragenden Kräfte auf dem Lande, sei es durch die Abrasion der Meereswelle. Auf der Oberfläche des ehemaligen Gebirges haben sich zuerst die Witwatersrandschichten abgelagert. Da sich diese bisher nur im südlichen Transvaal — möglicherweise auch im Matebeiehochland — mit Sicherheit gefunden haben, so läßt sich über die Ausdehnung der ältesten bekannten Abrasion, bezw. Denudation der Primäralpen nichts Bestimmtes sagen. Nach der Ablagerung der Witwatersrandschichten treten Faltungen und Verwerfungen ein, es entstand eine neue Landfläche mindestens in Transvaal. Nach starker Denudation lagerten sich auf der denudierten, bezw. abradierten Rumpffläche ab die