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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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Übersicht über die geologische Geschichte Südafrikas. (33

3. Ventersdorpschichten.

Bezüglich der Art und Weise, wie sich die vorwiegend aus vulkanischen Breccien nebst Mandelsteindecken, Sandsteinen und Konglomeraten bestehende Formation gebildet hat, ist man noch im Unklaren. Man weiß nicht mit Bestimmtheit, ob sie terrestri­schen, fluviatilen oder marinen Ursprungs ist. Jedenfalls hat sie aber eine größere Verbreitung als die Witwatersrandschichten. Die Denudation bezw. Abrasion der Primäralpen war also damals vielleicht noch weiter vorgeschritten.

Während der Ablagerung der Ventersdorpschichten müssen Bewegungen eingetreten sein, die zur Entstehung von Diskor­danzen führten, mindestens im südlichen Betschuanenland.

Eine völlige Abtragung hatten die Alpen jedenfalls erfahren, als sich

4. die Lydenburger Schichten bildeten. Es ist wahrscheinlich, daß wir es hier mit Meeresab­lagerungen zu tun haben, obwohl nirgends Fossilienreste gefunden worden sind. Vorausgesetzt, daß die Kango- und Ibikwa-, Groß- Nama- und Ngamischichten und die Kalksteine der Südäquatorialen Wasserscheide, die eine gleiche petrographische Beschaffenheit haben, wie die Kalke und Dolomite der Lydenburger Schichten einer einzigen großen Formation angehören, müssen wir annehmen, daß die Primäralpen zu jener Zeit bereits vollständig verschwunden waren. Welche Rolle die Nieuverustschichten an der West­küste des Kaplandes spielen, ist unbekannt.

Witwatersrand-, Ventersdorp- und Lydenburger-Schichten sind also nicht unmittelbar aufeinander gefolgt, vielmehr haben jedes­mal vor Abtragung der nächstfolgenden Formation nicht nur sehr bedeutende Abtragungen, sondern auch schwache Faltungen und erhebliche Verwerfungen stattgefunden. Es muß sich um unge­heuer lange Zeiträume gehandelt haben, die zur Ablagerung not­wendig waren und lang werden sicherlich auch die Zeiträume ge­wesen sein, die zwischen der Ablagerung zweier Formationen lagen.

Über dieEiszeit" der Grikwatown-Schichten läßt sich zurzeit nichts Bestimmtes aussagen. Die Faltungen und Verwerfungen der Lydenburger Schichten waren möglicherweise von vulkanischen Ergüssen begleitet, jedenfalls liegen die Ongelukschichten direkt über den Grikwatown-Schichten, der rote Granit aber ist an­scheinend auch älter als der Waterbergsandstein, mindestens teilweise.