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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
Entstehung
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Die geologischen Formationen. ^5

5. Die Kangoschichten.

Innerhalb der Faltenzüge des Kapländischen Faltengebirges liegt eine Formation, die anscheinend von jüngeren Kapschichten diskordant überlagert wird und hauptsächlich aus mächtigen Konglomeratlagern, Quarziten und Sandsteinen besteht. In diesen aber liegen gewaltige Massen eines blaugrauen dolomitischen Kalk­steines, der seiner ganzen petrographischen Beschaffenheit nach ganz an den Malmamidolomit erinnert. Wie dieser, enthält auch der Kangodolomit Höhlen, so z. B. die berühmte Kangohöhle, von der er seinen Namen hat und die von Touristen gern aufgesucht wird. Es ist sehr wohl möglich, aber zurzeit noch nicht beweisbar, daß die Kango- und die Lydenburger-Schichten gleichaltrig sind.

Die Kangoschichten sind mit den anderen Formationen zu­sammen in dem Kapländischen Faltengebirge eingefaltet und liegen zum Teil in überstürzter Lagerung am Fuß der Langeberge.

6. Die Ibikwaschichten.

Diesen Namen erhielt eine Formation, die sich in der west­lichen Kapkolonie im Gebiet des Olifantflusses und westlich der Bokkeveldberge findet. Sie setzt das Vorland Ebene und Vorberge zusammen und besteht aus Konglomeraten, Sand­steinen und Schiefern, die einige Tausend Fuß Mächtigkeit er­reichen müssen; allein weder das Hängende noch das Liegende ist bekannt. Jedenfalls ist diese Formation aber jünger als die Primärformation und älter als die Kapschichten. Sie ist gefaltet und zwar am stärksten im westlichen Teil nahe der Küste. Nach Osten hin ebnen sich die Falten aus. Ihrem ganzen Habitus nach gleichen sie den Kangoschichten, indes fehlen ihnen die charakte­ristischen Kalksteine und Dolomitlager. Es ist wohl möglich, daß sie mit den Kangoschichten und damit auch den Lydenburger Schichten identisch sind, allein etwas Sicheres läßt sich nicht aussagen, da Versteinerungen bisher nicht gefunden worden sind. Bezüglich der Identifizierung petrographisch ähnlicher Formationen muß man aber in Südafrika sehr vorsichtig sein. Das zeigt uns ganz be­sonders die Entdeckung einer neuen Formation, die sich in dem­selben Gebiet wie die Ibikwaschichten findet. Diese Formation erhielt von Rogers den Namen

7. Nieuverustschichten.

Auch sie bestehen nämlich aus Konglomeraten, Sandsteinen und Schiefern, die mit denen der Ibikwaschichten Ähnlichkeit