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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
Entstehung
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42 V. Kapitel.

Sie sind häufig schwach gefaltet, niemals aber sehr intensiv, da­gegen von Brüchen und Verwerfungen stark durchsetzt und noch stärker abgetragen worden.

3. Die Ventersdorpschichten.

Erst im Jahre 1903 wurde eine Formation entdeckt, die bei Johannesburg diskordant über den Witwatersrandschichten liegt und den Namen Eisburgschichten erhielt. Sie setzt sich hauptsäch­lich aus vulkanischen Breccien, Sandsteinen, Konglomeraten und ausgedehnten Lagern von Mandelsteinen zusammen. Ihr gehört z. B. die riesige Mandelsteindecke an, die sich aus der Gegend von Johannesburg bis über Kimberley hinaus nach SW., erstreckt, sowie das Konglomerat westlich der Stadt Mafeking, welches früher für Dwyka-Konglomerat gehalten worden ist. Ihre Mächtigkeit wird auf ca. i5oom geschätzt. Die Gliederung der Ventersdorp-Schichten steht auch noch nicht definitiv fest. Es scheint, als ob ein oder zwei Diskordanzen innerhalb der Formation auftreten, so z. B. im süd­lichen Betschuanenland, wo Du Toit drei Stufen unterscheidet, die später besprochen werden sollen. Auch ist es wohl möglich, daß die Elsburg-Schichten diskordant von den oberen Ventersdorp- Schichten überlagert werden.

Die Ventersdorp-Schichten sind nur mäßig gefaltet, dagegen von Brüchen stark durchsetzt und außerdem stark erodiert und abgetragen. Ihr Verbreitungsgebiet ist das südliche Trans­vaal. Sie gehen nach Westen bis über Mafeking hinaus und nach SW. bis zum Fuß des Kapplateaus. Was ihre Entstehung be­trifft, so sind sie zwar zum größten Teil vulkanischen Ursprungs, allein die Breccien zeigen doch eine so merkwürdige Beschaffen­heit, daß Molengraaff meint, ohne eine Beteiligung von Glet­schern wäre eine solche Ablagerung nicht zu erklären.

4. Die Lydenburger-Schichten. = (Transvaal-Schichten, Potchefstroom-Schichten.) Diese aus drei verschiedenen Abteilungen sich zusammen­setzende Formation hat eine große Anzahl von Namen erhalten. Lange Zeit hindurch wurde sie wegen dieser Dreiteilung mit den Kapschichten der Kolonie identifiziert, allmählich brach sich aber die Uberzeugung Bahn, daß man es mit einer viel älteren For­mation zu tun habe. Der erste Name, den sie erhielt, wurde ihr von Dunn gegeben nämlichLydenburger-Schichten", nach ihrer typischen Ausbildung in Lydenburg im östlichen Trans­vaal. Später bekam sie dann, abgesehen von mehreren anderen,