Die klimatischen Verhältnisse. ^ I
anomalie von —4 0 . Die Karten 6 und 7 zeigen die Isanomalen für den Januar und Juli. Es braucht wohl kaum bemerkt zu werden, dass diese Abweichungen wesentlich der Temperatur der angrenzenden Meere zu verdanken sind.
Die Luftdruckverhältnisse.
Der Luftdruck ist abhängig von der Temperaturverteilung. Wird das Land oder Meer an einer Stelle stärker erwärmt, dann tritt nach einer vorübergehenden Drucksteigerung eine Druckverminderung ein, indem in den oberen Luftschichten die sich ausdehnende warme Luft abströmt. Dieser Verlust wird durch aufsteigende warme Luft ergänzt, und gleichzeitig entwickelt sich auf der Erdoberfläche ein Nachströmen von Luft aus käl-
Karte 10. Januar-Isobaren (nach Hann).
teren Gebieten nach den erwärmten. Derartige Luftbewegungen entwickeln sich täglich in den Tropen mit großer Regelmäßigkeit auf der Grenze zwischen Meer und Land. Das Land wird sehr stark erwärmt, gibt die Wärme aber schnell wieder ab; das Meer wird dagegen nur langsam erwärmt, behält die Wärme aber lange. In den Morgenstunden tritt daher eine Erwärmung des Landes und dementsprechend eine aufsteigende warme Luftströmung ein, worauf dann von dem kühleren Meer her Luft zuströmt. So entwickelt sich die bekannte Seebriese. Abends kehren sich die Verhältnisse um. Dann wird das Land kälter, das Meer wärmer; es entsteht ein Landwind.
Wie in dieser Weise im kleinen, so entstehen auch im großen ausgedehnte Luftströmungen zwischen Meer und Land, indem während des Sommers die Luft von dem kühlen Meere in das erhitzte Land hineinströmt, während des Winters dagegen aus dem kalten Land