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der ja der wasserreichste aller Ströme ist und die Viktoriafälle bezeichnen die Stelle, bis zu der heutzutage die junge Erosion vorgeschritten ist. Bei den anderen Strömen ist diese Stelle nicht so markiert, wenn auch der Limpopo an den Tolo-Asima-Fällen mit hohem Sprung das Plateau verläßt und auch der Kunene mit einer ganzen Reihe von Fällen zum Meere hinabstürzt.
Ganz anders wiederum ist das Bild in dem Küstenland. Dort macht sich vor allem das Meer bemerkbar durch junge Trans- gressionen und Meeresablagerungen, Dünen, die zu Gestein erhärten, und Strandterrassen. An anderen Stellen häufen die Flüsse mächtige Sedimentmassen auf und langsam schleichen im Vorland die mit Sedimenten beladenen Flüsse dem Meere zu, Deltas vorschiebend. Beständige Veränderungen sind auch hier allenthalben zu erkennen, Hebungen und Senkungen, siegreiches Vordringen des Meeres und schneller Rückzug, alles in junger Zeit und an verschiedenen Stellen verschieden. Wie weit ist einst das heutige Meer ins Innere vorgedrungen? Das ist ein interessantes, aber schwieriges und noch ungelöstes Problem.
So haben denn die verschiedenen Regionen Südafrikas unter dem Einfluß verschiedenartigen Klimas, verschiedenartigen geologischen Baues und geologischer Geschichte ein ganz verschiedenes Aussehen gewonnen und will man ihren Charakter verstehen, wird es notwendig sein, zunächst die einwirkenden Faktoren, Klima, geologischen Bau und Geschichte, näher kennen zu lernen.
IV. Kapitel.
Die klimatischen Verhältnisse.
gesehen von der geographischen Lage zwischen 12 0 und 34 0 südlicher Breite sind für die klimatischen Verhältnisse Südafrikas zwei Momente von wesentlicher Bedeutung:
1. der Umstand, daß Südafrika für sich keine barometrische Provinz bildet, sondern von den beiden Hochdruckgebieten über dem südatlantischen und südindischen Ozean abhängig ist;
2. die Verteilung der warmen und kalten Meeresströmungen. Diese haben einen derartigen Einfluß, daß es zweckmäßig sein wird, sie zuerst kurz zu erörtern.