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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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Die klimatischen Verhältnisse. 2 5

Die Meeresströmungen.

Auf der Ostseite befindet sich eine warme Meeresströmung, auf der Westseite dagegen eine kalte (Karte 2). Die Südäquato­riale Strömung, die vom westlichen Australien her quer durch den indischen Ozean nach Westen zieht, teilt sich nordöstlich und nörd­lich von Madagaskar in drei Teile:

1. den Madagaskar-Strom, der an der Ostküste Madagaskars nach Süden fließt;

2. den Arm, der an der ostafrikanischen Küste nach Norden geht, mit dem Monsum zeitweilig aber wechselt;

3. in die uns hier interessierende Agulhasströmung. Letztere bespült die südafrikanische Küste bis gegen das

Kapland hin auf der Westseite dagegen finden wir eine kalte Strömung den Benguelastrom die sich im südatlantischen Ozean entwickelt und in der Äquatorialregion in die Südäquatoriale Strömung übergeht. Es ist zurzeit noch nicht ganz sicher fest­gestellt, wie weit das kalte Wasser, das wir an der südwestafri­kanischen Küste finden, der kalten Meeresströmung oder dem kalten Antriebwasser zuzuschreiben ist. Dieses Antriebwasser würde in einiger Entfernung von der Küste durch den Südostpassat her­vorgerufen werden, allein es ist doch merkwürdig, daß sich an der Küste kaltes Auftriebwasser finden sollte, da ja nahezu jahr­aus jahrein ein Süd- bis Südwestwind vom Meere in die Namib- wüste weht.

Der klimatische Einfluß der Meeresströmungen zeigt sich in einschneidender Weise, wenn wir die Temperaturverhältnisse Südafrikas ins Auge fassen. Auf der Ostseite nämlich sind die Temperaturen bedeutend höher als auf der Westseite.

Die Isothermen.

Verfolgen wir den Verlauf der Isothermen im Januar (Karte 6), also dem für den Südsommer charakteristischen Monat, so sehen wir, daß die 20 0 Isotherme von Osten herkommend gerade Kap­stadt berührt und dann an der südwestafrikanischen Küste bis über den 20. 0 s. Br. hinaufgeht. Die 24 0 Isotherme schneidet das südliche Madagaskar, steigt dann nach Süden herab, so daß sie die Küste in Natal erreicht, streicht dann in einem nach Norden offenen Boden durch Südafrika und verläßt den Kontinent erst im Bereich der Kongomündung. Die 28 0 Isotherme bildet über Afrika einen geschlossenen Ring, der sich etwa vom i5.°n. Br. bis zum 32. 0 s. Br. erstreckt. Sie tritt in Südafrika am unteren Sambesi, nicht