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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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20 HI. Kapitel.

Das Matabelehochland dacht sich einerseits nach NW. und NO. gegen den Sambesi und andererseits nach Süden gegen den Ssabi und Limpopo, der äußerste Südwesten aber zum Makarrikarribecken ab. Das Burenhochland enthält im nördlichen und südlichen Teile vom 17. Breitengrade ab lediglich kurze Küstenflüsse, das mittlere und nördliche Transvaal dagegen dacht sich hauptsächlich nach Norden zum Limpopo ab. Die ganze innere Hochfläche zwischen dem Witwatersrande und der Westküste des Kaplandes gehört dem Oranjesystem an und wird vorwiegend durch den Oranje und Vaalfluß entwässert. Auf der Stufe von Carnarvon sammeln sich die Quellflüsse des Hartebeestflusses, der gleichfalls zum Oranje eilt.

Eine wichtige Wasserscheide bildet die Zentralstufe. Zwischen Prieska und Mafeking wird sie durch den Molopo und seine Zu­flüsse entwässert, fällt also ganz ins Oranjegebiet, im Betschuanen- plateau dagegen bildet sie die Grenze zwischen dem atlantischen und abflußlosen Gebiet.

Im Südwestafrikanischen Hochlande haben wir in der Mitte und im Norden vorzugsweise Küstenflüsse, die in dem Hochlande entspringen, im Süden dagegen greift das Gebiet des Oranje bis zum 22. Grad s. Br. nach Norden hinauf, so daß also nahezu ein Drittel des deutschen Schutzgebietes sich nach Süden abdacht. Nördlich des 22. Breitengrades neigt sich das Land dagegen nach Nordosten und entsendet Flußbetten zum Okawangosystem.

Merkwürdig sind die Verhältnisse im Owamboland. Das Angola-Hochland senkt sich nämlich nach Süden herab aus einer Höhe von 1600 m bis auf 1000 m an der Etosapfanne. Auf dieser Abdachung verläuft der Kunene schräg zu der allgemeinen Böschung, entsendet aber während der Hochflut Wasserarme nach der Etosa hin, die im Owamboland ein Netzwerk bilden. Im Stufenland des Angola-Hochlandes findet man schließlich nur kurze Küstenflüsse.

Die Wasserführung der Flüsse.

Wenn bisher von Flüssen, die Gebiete entwässern, die Rede war, so ist dieser Ausdruck zum Teil nicht ganz richtig. Es gibt nämlich in Südafrika große Gebiete, die zwar von Flußbetten durchzogen sind, tatsächlich aber garnicht entwässert werden, weil die Flußbetten selten oder nie Wasser führen. In anderen Ge­bieten haben die Betten nur periodisch Wasser, nämlich während der Regenzeit, und nur etwa ein Drittel Südafrikas erfreut sich des Besitzes von dauernd fließenden Strömen. Das Gebiet, das