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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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Die orographischen und hydrographischen Verhältnisse. j y

Kalahari nach dem Oas-Plateau, das gerade da gelegen ist, wo die englisch-deutsche Grenze unter dem 22. Längengrade einen Winkel bildet. Diese Bakalaharischwelle trennt ein südliches Becken, das von den Flußbetten des Molopo und Nossob durch­zogen wird, von einem nördlichen Becken, dessen Hauptstrom der Okawango ist. Aber auch dieses wird durch einige flache Schwellen gegliedert, so z. B. die Otawi-Gonye-Schwelle, die von der Otawi-Halbinsel nach der Kataraktenzone des Okawango und Sam­besi streicht.

Die drei orographisch deutlich hervorspringenden Regionen Küstenvorland, Stufenländer nebst Randgebirgen und Hoch­flächen eignen sich für die Einteüung in geographisch natürliche Regionen bei einer Landeskunde nur teüweise. So besitzen die Küstenvorländer Südafrikas meist eine so geringe Entwicklung, daß sie nur ein Anhang der Stufenländer sind und mit diesen gemeinsam betrachtet werden müssen. Nur auf der Ostseite ist das Vorland so breit, daß es als Einheit aufgefaßt werden kann. Ferner sind die Hochflächen von den Stufenländern oft nicht gut zu trennen. Sie gehen trotz mancher starker Gegensätze ineinander über und bilden ein zusammengehöriges Ganze. Bei der Darstellung der natürlichen geographischen Einheiten, in den Kapiteln IXXV, sollen daher folgende Regionen unterschieden werden.

1. Das Angolahochland.

2. Das Südwestafrikanische Hochland.

3. Das Burenhochland.

4. Das südafrikanische Küstenvorland.

5. Das Matabelehochland.

6. Das Nordrhodesische Hochland mit der Südäquatorialen Wasserscheide.

7. Das südafrikanische Becken = Kalahariregion.

Abdachungen und Flußsusteme.

Entsprechend dem soeben geschilderten orographischen Auf­bau zerfallen die Abdachungen des Kontinents in zwei Gruppen: die Abdachungen der Stufenländer und die der Hochflächen. Erstere sind schmal, ihre Flußbetten sind kurz und haben ein steiles Gefälle, letztere dagegen sind ausgedehnt und ihre Fluß­systeme lang und breit entwickelt. Demgemäß kann man zwei Arten von Flußsystemen unterscheiden: 1. Küstenflüsse, die lediglich von den Randgebirgen nach der Küste hin laufen und 2. Beckenflüsse, die die Hochebenen durchziehen. Die

Passarge, Südafrika. 2