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Bd. 1 (1913) 1415 - 1870
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Fortgang der Austeilung und Kolonisation Afrikas

so ist, obwohl England ein schönes und wertvolles Reich im Niger­gebiet erworben hat, Frankreich die Vormacht in Westafrika ge­worden.

V. Die englischen Kolonien im Atlantischen Ozean.

Die Insel St. Helenas war seit dem 17. Jahrhundert der Anlegeplatz der englischen Schiffe gewesen, die nach Ostindien fuhren. Nachdem die Engländer sich der Kapkolonie bemächtigt hatten, verlor St. Helena viel von seiner militärischen und kom­merziellen Bedeutung. Die kleine Insel erlangte indes eine welt­historische Berühmtheit als Verbannungsort Napoleons I. 1815 bis 1821. Die Garnison wurde erheblich verstärkt, und die Zivil­bevölkerung der Insel, die 1805 nur wenig über 2000 (darunter 500 Weiße) betragen hatte, war 1817 auf 6150 gestiegen. Nach dem Tode des Kaisers wurde die Besatzung wieder vermindert, und die Bevölkerung ist seitdem stationär geblieben. Sie betrug 1851 6108, 1858 5490, 1871 6241 Einwohner. Die Schiffe der Kriegsflotte, die zur Unterdrückung des Sklavenhandels im At­lantischen Ozean kreuzten, liefen noch häufig St. Helena an und brachten etwas Leben in das stille Eiland. Nach der Einführung der Dampfschiffahrt und vollends nach der Eröffnung des Suez­kanals ist die Insel völlig verödet.

Eine eigene wirtschaftliche Bedeutung hat St. Helena nie ge­habt. Seine Bewohner beschäftigten sich hauptsächlich mit dem An­bau von Früchten und Gemüsen, sowie mit Viehzucht und Fischerei, um den vorüberfahrenden Schiffen frische Nahrung liefern zu können. Wiederholt war die Verwaltung bemüht, neue Kulturen einzuführen, fand aber bei der Bevölkerung kein Entgegenkommens. Der größte Teil des Bedarfs der Bevölkerung mußte von England oder von der Kapkolonie bezogen werden; einen nennenswerten Exporthandel hat die Insel nie besessen. Als Arbeitskräfte wurden auch in St. Helena Negersklaven verwandt, deren Zahl sich 1817 auf 1540 belief. Der durch sein Verhalten gegen Napoleon be­rüchtigt gewordene Gouverneur Sir Hudson Löwe setzte es durch, daß von 1818 an alle von Sklaven geborenen Kinder frei sein soll­ten; auch die übrigen Sklaven sind bis zum 1. Mai 1836 sämtlich in Freiheit gesetzt worden.

Vgl. über St. Helena, I. <ü. Nslliss, Lt.. Helena, I^onäon 1876, sowie I^ueas 3, 269 ff.

2) Blaubuch 0. 416.