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Fortgang der Austeilung und Kolonisation Afrikas
so ist, obwohl England ein schönes und wertvolles Reich im Nigergebiet erworben hat, Frankreich die Vormacht in Westafrika geworden.
V. Die englischen Kolonien im Atlantischen Ozean.
Die Insel St. Helenas war seit dem 17. Jahrhundert der Anlegeplatz der englischen Schiffe gewesen, die nach Ostindien fuhren. Nachdem die Engländer sich der Kapkolonie bemächtigt hatten, verlor St. Helena viel von seiner militärischen und kommerziellen Bedeutung. Die kleine Insel erlangte indes eine welthistorische Berühmtheit als Verbannungsort Napoleons I. 1815 bis 1821. Die Garnison wurde erheblich verstärkt, und die Zivilbevölkerung der Insel, die 1805 nur wenig über 2000 (darunter 500 Weiße) betragen hatte, war 1817 auf 6150 gestiegen. Nach dem Tode des Kaisers wurde die Besatzung wieder vermindert, und die Bevölkerung ist seitdem stationär geblieben. Sie betrug 1851 6108, 1858 5490, 1871 6241 Einwohner. Die Schiffe der Kriegsflotte, die zur Unterdrückung des Sklavenhandels im Atlantischen Ozean kreuzten, liefen noch häufig St. Helena an und brachten etwas Leben in das stille Eiland. Nach der Einführung der Dampfschiffahrt und vollends nach der Eröffnung des Suezkanals ist die Insel völlig verödet.
Eine eigene wirtschaftliche Bedeutung hat St. Helena nie gehabt. Seine Bewohner beschäftigten sich hauptsächlich mit dem Anbau von Früchten und Gemüsen, sowie mit Viehzucht und Fischerei, um den vorüberfahrenden Schiffen frische Nahrung liefern zu können. Wiederholt war die Verwaltung bemüht, neue Kulturen einzuführen, fand aber bei der Bevölkerung kein Entgegenkommens. Der größte Teil des Bedarfs der Bevölkerung mußte von England oder von der Kapkolonie bezogen werden; einen nennenswerten Exporthandel hat die Insel nie besessen. Als Arbeitskräfte wurden auch in St. Helena Negersklaven verwandt, deren Zahl sich 1817 auf 1540 belief. Der durch sein Verhalten gegen Napoleon berüchtigt gewordene Gouverneur Sir Hudson Löwe setzte es durch, daß von 1818 an alle von Sklaven geborenen Kinder frei sein sollten; auch die übrigen Sklaven sind bis zum 1. Mai 1836 sämtlich in Freiheit gesetzt worden.
Vgl. über St. Helena, I. <ü. Nslliss, Lt.. Helena, I^onäon 1876, sowie I^ueas 3, 269 ff.
2) Blaubuch 0. 416.