Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1913) 1415 - 1870
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Fortgang der Aufteilung und Kolonisation Afrikas

Herrschaft zu unterwerfen rväre, bestand keineswegs Klarheit in den leitenden Kreisen. Die Sachkenner in den Kolonien selbst empfahlen wiederholt eine Ausdehnung nach dem Inneren aus militärischen, politischen und wirtschaftlichen Gründen, aber in London scheute man, vorwiegend aus Sparsamkeitsgründen davor zurück, nicht bedenkend, daß die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonien durch diese kleinliche und kleinmütige Politik schwer ge­schädigt wurde. Nur widerwillig mußte man hie und da vollendete Tatsachen anerkennen. Merkwürdigerweise stand auch das Verbot der Sklaverei, das im britischen Reich bestand, einer Ausdehnung der britischen Herrschaft nach Gebieten, in denen die Haussklaverei üblich war und das war fast überall im tropischen Afrika der Fall hindernd im Wege; man half sich allerdings durch die elastischere Form des Protektorats, die zuerst an der Eoldküste erprobt wurde. Auch an eine intensive wirtschaftliche Nutzung der westafrikanischen Besitzungen war bei der Abneigung, die damals gegen größere Auf­wendungen für koloniale Zwecke, wenigstens für Westafrika, be­stand, nicht zu denken. Dagegen sind für die Hebung der Einge­borenen erhebliche Mittel, wenn auch nicht immer in der richtigen Weise verwendet worden.

Die große Verschiedenheit, die im Wesen der westafrikanischen Besitzungen Englands besteht, macht eine gesonderte Betrachtung der einzelnen Kolonien erforderlich.

1. Gambia.

Die Engländer hatten am Ende des 18. Jahrhunderts eine Niederlassung auf James-Island und einige Faktoreien besessen, die fast ausschließlich dem Sklavenhandel gedient hatten. Am Be­ginn des 19. Jahrhunderts wurde James-Island, das nach dem Verbot des Sklavenhandels nutzlos geworden war, verlassen, und Zugleich eine kleine Militärabteilung nach der an der Mündung des Gambia gelegenen Insel St. Mary gelegt, um von hier aus den Sklavenhandel zu überwachen. Eine Anzahl englischer Kauf­leute, die während der britischen Okkupation in St. Louis und Goräe tätig gewesen waren, ließen sich, nachdem diese Plätze wieder in französischen Besitz übergegangen waren, 1816 hier nieder und gründeten die Stadt Bathurst. Der Ort zählte schon in den 40 er Jahren eine gute Anzahl stattlicher Steinhäuser und konnte damals als ein small xi-osxerous looKinZ to^n^) bezeichnet werden.

!) Ksxoi-t, 1842, 2, 179.