150 Fortgang der Aufteilung und Kolonisation Afrikas
tete über die marokkanische Grenze. 1844 kam es zu einem Krieg mit Marokko, in dem Bugeaud die Marokkaner am Jslyflusse besiegte und Prinz Joinville die marokkanischen Küstenstädte bombardierte. Infolge der drohenden Haltung Englands sah sich Frankreich indes genötigt, in dem mit Marokko abgeschlossenen Frieden auf Eroberungen zu verzichten. 1844 rourde durch die Besetzung von Batna und Biskra die französische Herrschaft im Süden bis zur Sahara ausgedehnt. 1845 suchte Abd-el-Kader den Aufstand von neuem anzufachen; es gelang Bugeaud zwar die aufrührerischen Stämme zu unterwerfen, aber immer wieder entschlüpfte der Emir seinen Verfolgern, und erst am 23. Dezember l847, nachdem Bugeaud seinen Abschied genommen hatte, gelang es endlich, den Emir gefangen zu nehmen.
Damit rvar die Unterwerfung Algeriens im wesentlichen abgeschlossen. Wohl sind die Kabylenstämme des Nordens und manche Oasen der Sahara im Süden erst in den 50 er Jahren unterworfen worden, aber von 1847 an war die französische Herrschaft in Algerien, insbesondere dank der Tätigkeit Bugeauds als ein auch in Stürmen unerschütterlicher Roonsr dron^s stabiliert.
Gelegentlich tauchte auch wohl schon in den 40 er Jahren der Gedanke auf, die französische Herrschaft noch über die natürlichen Grenzen Algeriens auszudehnen und die Kolonie zur Basis eines großen afrikanischen Reiches zu machen. In einzelnen Kammerreden und Flugschriften sprach man schon davon, von Algerien aus mit dem Inneren Afrikas Verbindungen anzuknüpfen, durch die Wüste hindurch den Sudan zu erreichen und so einen Zusammenhang Zwischen den französischen Kolonien in Nord- und West- afrika herzustellen^).
3. Kolonisation und Verwaltung 1830—1848. Auch bei denjenigen, die dafür eintraten, daß Frankreich Algerien behalten sollte, gingen die Meinungen darüber auseinander, ob und auf welche Weise das Land kolonisiert und wie es verwaltet werden sollte. Die ziemlich zahlreiche Partei, die Algerien vorzugsweise als eine militärisch-politische Stellung betrachtete, konnte in Algier und Bone nur eine Art von Trutz-Malta, in Oran und Mers-el-Kebir ein Trutz-Gibraltar erblicken und demgemäß auf
Vgl. z. B. die merkwürdige 1845 erschienene Schrift von Loäiotion, ec>n8iclerx>.t,iolis sur ^iZ6ris, S. 149. Vgl. auch Vudois-I'srris^ S. 269.