Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1913) 1415 - 1870
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Fortgang der Aufteilung und Kolonisation Afrikas

Bei den Friedensschlüssen von 1814 hat England vor allem darauf gesehen, seine Etappenstraße nach Indien möglichst zu sichern, und zu diesem Zweck, außer der Kapkolonie, Jsle de France, das nun wieder Mauritius genannt wurde, nebst dessen Depen- denzen, (den Seychellen und der Insel Rodriguez) behalten, da­gegen die westafrikanischen Kolonien, sowie die Insel Bourbon (Rsunion), deren strategischer Wert gering war, Frankreich zurück­gegeben.

Nach den Friedensschlüssen von 1814 war England bei weitem die erste Kolonialmacht in Afrika. Zu seinem alten Besitz an der Westküste war die holländische Siedlungskolonie am Kap und die blühende französische Pflanzungskolonie im Indischen Ozean hin­zugekommen. Frankreich besaß nur noch seine dürftigen Nieder­lassungen in Senegambien, die kleine Insel Bourbon, sowie An­sprüche auf Madagaskar, die wie sich zeigen sollte, schwer zu ver­wirklichen waren; Holland hatte lediglich seine Forts an der Eoldküste gerettet. Unverändert war der Besitzstand Portugals, Spaniens und Dänemarks geblieben.

3. Die Expansion Englands und Frankreichs in Afrika

1815-1870.

jL^ Die Kolonien, die die europäischen Mächte 1815 in Afrika besaßen, waren meist noch unentwickelt und stellten für das Mutter­land verhältnismäßig geringe Werte dar. Die Kapkolonie und Mauritius waren für die Indien beherrschende Macht politisch und militärisch von großer Bedeutung, aber der wirtschaftliche Wert Südafrikas war am Anfang des 19. Jahrhunderts noch recht unerheblich, und Mauritius war eine Plantagenkolonie, wie es in Westindien bereits mehrere gab. Die westafrikanischen Be­sitzungen vollends waren nach dem Verbot des Sklavenhandels zunächst entwertet, und neue Werte noch nicht gefunden. So ist es begreiflich, daß die alten Kolonialmächte zunächst ihren afrika­nischen Besitz nicht vergrößerten, und keine weitere Macht vor 1869 Kolonialbesitz in Afrika erwarb.

In England bedürfte man nach den ungeheuren Anstren­gungen des 20 jährigen Krieges dringend der Ruhe, und der Wunsch nach Frieden beherrschte die britische Politik. Zahlreiche Aufgaben, die der englischen Staatskunst im Inneren gestellt und