Die portugiesischen Kolonien an der Westküste
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V. Die portugiesischen Kolonien^).
Trotz mancher Verluste haben die Portugiesen beträchtliche Teile ihres alten Kolonialbesitzes gerettet. Sämtliche Inseln im Atlantischen Ozean, die sie im Laufe des 15. Jahrhunderts erworben hatten, rvaren ihnen geblieben. Die Azoren und Madeira rourden völlig dem Mutterlande assimiliert und nicht mehr als Kolonien betrachtet. Die Kapverdischen Inseln, deren Bewohner sich lebhaft am Handel nach den benachbarten Küsten beteiligt hatten, waren nach dem Auftreten der Engländer, Holländer und Franzosen in Senegambien wirtschaftlich stark zurückgegangen. Viele weiße Ansiedler verließen deshalb im 17. Jahrhundert die Inseln. Im 18. Jahrhundert begann man einzelne Plantagen anzulegen, auf denen Zuckerrohr, Kaffee und Baumwolle angebaut wurde. Auch das im 16. Jahrhundert so blühende S. Th o me hatte unter den Kriegen des 17. Jahrhunderts und unter wiederholten Plünderungen so gelitten, daß viele der weißen Kolonisten nach Brasilien ausgewandert oder nach dem Mutterlande zurückgekehrt waren. Die Zuckerrohrplantagen verfielen, und die Bevölkerung der Insel nährte sich vorzugsweise durch den Anbau von Früchten und Gemüsen, die bei den vielen hier vorüberfahrenden Sklavenschiffen reichlichen Absatz fanden; S. Thom6 wurde geradezu als das Wirtshaus des Golfes von Guinea bezeichnet. Die Insel Principe, die bis 1753 der portugiesischen AdelsfamilieCarneiro gehörte, hatte auch unterdenKriegs- läuften des 17. Jahrhunderts gelitten, wenn auch nicht in so hohem Maße wie S. Thoms. Die beiden Inseln Annobom und Fernando Po, die noch ganz unentwickelt waren, wurden durch den Vertrag vom 1. März 1778 an Spanien abgetreten, das einen Stützpunkt für den Sklavenhandel an der westafrikanischen Küste zu erwerben gewünscht hattet.
Auf dem Festlande gingen Arguin und die Besitzungen an der Goldküste den Portugiesen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts verloren. Dagegen behaupteten sie sich in Senegambien und in Angola. Die Bewohner der Kapverdischen Inseln hatten am Ende
1) Für die Geschichte der portugiesischen Kolonien ist ein reiches Material enthalten in dem S. 4 zitierten Werke von ^. ^s. Loxes cls I^ima,.
2) Na-rtens, Rsoueil 2, 612, Die Spanier erhielten in diesem Vertrag auch das Recht, an der den Inseln gegenüberliegenden Küste Handel zu treiben, übrigens in Gemeinschaft mit den Portugiesen.